Integration 210 Menschen aus 42 Herkunftsländern im Zollernalbkreis eingebürgert

Feierstunde im Stauffenberg-Schloss in Lautlingen: Landrat Günther-Martin Pauli begrüßte die Neubürger des Zollernalbkreises.
Feierstunde im Stauffenberg-Schloss in Lautlingen: Landrat Günther-Martin Pauli begrüßte die Neubürger des Zollernalbkreises. © Foto: Hans Raab
Hans Raab 07.06.2017

Im Jahre 2016 wurden 210 Menschen im Kreis eingebürgert, 15 mehr als ein Jahr zuvor und gleichzeitig eine Rekordzahl, wie der Landrat ausführte. Darunter seien interessanterweise viel mehr Frauen als Männer, nämlich fast zwei Drittel. Es sei auch offensichtlich, dass das Interesse an einer deutschen Staatsbürgerschaft mit zunehmendem Alter abnehme, 144 der 210 Eingebürgerten waren unter 40 Jahre, nur eine Person hatte das 70. Lebensjahr überschritten. Jede vierte Person kam aus der Türkei, 41 Prozent stammten aus EU-Staaten.

Viel wichtiger als die Präsentation von reinen Zahlen war es Günther-Martin Pauli jedoch darauf hinzuweisen, dass die Eingebürgerten – in den zurückliegenden zehn Jahren machen sie immerhin ein Prozent der Gesamtbevölkerung des Landkreises aus – eine interkulturelle Kompetenz mitbringen, von der auch die Einheimischen profitieren. Dabei sei das neue Bürgerrecht kein Geschenk, sondern bedeute auch eine Verpflichtung, sich aktiv für einen weltoffenen Staat mit seinen Grundrechten einzusetzen. Damit verbunden sei auch die Einladung, sich gesellschaftlich zu engagieren, sei es nun mit einem Ehrenamt in Vereinen oder im politischen Bereich.

Für die Neubürger hielt Dr. Richard Storey, gebürtiger Engländer und seit 50 Jahren mit Deutschland verbunden, eine Rede, in der er auf die historische Stätte des Empfangs hinwies. Ungeachtet dessen, wie die Stauffenbergs politisch einzuordnen seien, es stehe fest,  dass sie gegen das sinnlose Verbrechen eines Rassenvernichtungskrieges eingetreten waren und die Menschenwürde als höchstes Gut bezeichneten. Zur Einbürgerung gehöre auch eine bewusste Entscheidung für Deutschland in kultureller, vor allem aber sprachlicher Hinsicht. Denn „ohne Sprache bleibe ich immer fremd“ konstatierte Storey und verlieh damit seiner Hoffnung Ausdruck: „dass wir nun alle einen Beitrag leisten und Land und Region mit unserer Kultur und Vielfalt, und unseren Ideen bereichern können.“

Für die Umrahmung des Empfangs sorgte die Musikschule Albstadt. Nach der gemeinsam gesungenen Nationalhymne gab es einen Stehempfang.

Broschüre im Landratsamt erhältlich

Datenmaterial Zum Jubiläum „Zehn Jahre Neubürgerempfang“ hat das Landratsamt Zollernalbkreis eine Broschüre mit umfangreichem Zahlenmaterial und allen Reden der Neubürger herausgebracht. Die Broschüre ist beim Landratsamt erhältlich.