Brand Brand zerstört Gebäude der Thomas Preuhs Holding

Für die Feuerwehrleute gab es in Binsdorf nicht mehr viel zu retten: Die Lagerhalle der Binsdorfer Thomas Preuhs Holding stand schon bei ihrem Eintreffen in Vollbrand. Foto: Benno Schlagenhauf
Für die Feuerwehrleute gab es in Binsdorf nicht mehr viel zu retten: Die Lagerhalle der Binsdorfer Thomas Preuhs Holding stand schon bei ihrem Eintreffen in Vollbrand. Foto: Benno Schlagenhauf
Benno Schlagenhauf 03.01.2018

Als die Feuerwehr in den frühen Morgenstunden des Mittwochs im Binsdorfer Gewerbegebiet eintrifft, steht die Lagerhalle der Thomas Preuhs Holding bereits in Vollbrand. Hohe Flammen schlagen aus dem Gebäudedach, die Verkleidung der Lagerhalle brennt lichterloh. Das Feuer ist von Weitem sichtbar, der Rauch breitet sich über dem gesamten Gewerbegebiet aus: „Die Bürger sollten die Fenster geschlossen halten“, rät Einsatzleiter Hans Schenk.

Gegen 3.30 Uhr geht bei der Geislinger Feuerwehr der Brandalarm ein, die mit allen Abteilungen der Kernstadt und den Teilorten ausrückt. Außerdem fordert sie umgehend Verstärkung aus Balingen und Rosenfeld, deren Abteilungen mit je einer Drehleiter ausrücken. Es ist ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor Ort – selbst über zwei Stunden nach Brandausbruch treffen noch neue Einsatzfahrzeuge zur Verstärkung ein.

Schnell wird jedoch trotz des raschen und schlagkräftigen Einsatzes der Feuerwehr klar: zu retten ist dort nichts mehr. Während die Feuerwehr die Flammen an der Verkleidung rasch unter Kontrolle hat, frisst sich das Feuer, das in den gelagerten Materialien reichlich Nahrung findet, durch die Fassade. Im Gebäude befinden sich laut Einsatzleiter Schenk Bauteile für Solaranlagen, viele Kunststoffe und Kabel.

Das ganze Ausmaß des Brandes wird deutlich, als ein Blick in das Innere gelingt. Als die Garagentore unter der Hitze und den wütenden Flammen nachgeben, sieht man: Im Inneren der Lagerhalle wütet ein Inferno.

Plötzlich wird es brenzlig: Die Flammen fressen sich durch die Nordseite der Fassade, wo die Balinger Feuerwehr mit ihrer Drehleiter den Brand bekämpft. Angefacht durch den kräftigen Wind, der schon in der Nacht weht, schlagen plötzlich rund 20 Meter große Flammen seitlich aus einem Loch in der Fassade und werden den Einsatzkräften gefährlich.

In aller Eile fahren sie die Leiter ein, um den Mann im Korb aus seiner brenzligen Lage zu holen. Dann wird die Drehleiter von den bedrohlich nahen Flammen weggefahren und in sicherer Entfernung mit Löschschläuchen gekühlt. Die Situation geht glücklicherweise ohne Verletzte aus, das DRK Geislingen, das mit rund 25 Leuten zur Absicherung des Einsatzes vor Ort ist, muss nicht eingreifen. „Es konnte auch verhindert werden, dass Schaden am Einsatzfahrzeug entsteht“, erklärt Einsatzleiter Hans Schenk von der Geislinger Feuerwehr.

Weil die Flammen nun in Richtung des benachbarten Gebäudes der Firma Micro geweht werden, besprühen die Feuerwehrleute die Fassade ebenfalls mit Löschwasser, um sie abzukühlen.

Nach rund eineinhalb Stunden nennt Einsatzleiter Hans Schenk den Brand „unter Kontrolle.“ Großes Ziel der Feuerwehr sei es, ein Übergreifen des Brandes auf den Bürotrakt an der Südseite des Gebäudes, wo die Flammen neue Nahrung finden können, zu verhindern. „Zwischen Lager und Bürotrakt gibt es eine Brandschutztür, wir wollen den Bereich schützen“, erklärt Schenk.

Trotz Sturmwarnungen ist er zuversichtlich, dass der Brand vor den angekündigten Unwettern gelöscht ist. Sorge bereitet ihm weniger der Wind als das Wasser: „Es sind immerhin nur orkanartige Böen und kein Orkan angesagt“, erklärt er. „Ich hoffe nur, dass das Löschwasser reicht.“ Damit dies den Einsatzkräften nicht ausgeht, wurden aus Hechingen und Albstadt weitere Abrollbehälter mit Schaum und Wasser nachträglich angefordert. Die Balinger Feuerwehr hatte ebenfalls einen solchen Behälter im Einsatz.

Landrat Günther-Martin Pauli, Ortsvorsteher Hans-Jürgen Weger und Bürgermeister Oliver Schmid machten sich am Einsatzort ebenfalls ein Bild vom Geschehen. Letzterer riet den Bürger über den Facebook-Kanal der Stadt Geislingen die Fenster geschlossen zu halten. Sicherheitshalber blieb der Erlaheimer Kindergarten geschlossen, da die Rauchwolke östlich in Richtung Erlaheim davonwehte.

Außerdem richtete die Stadtverwaltung unter der Rufnummer 07433/9684-22 ein Bürgertelefon zum Großbrand ein.