Es war ein langer, teils harter Weg für den 38-jährigen Zoltan Bokor, der bereits im zarten Alter von 15 Jahren mit dem Bodybuilding­sport angefangen hat. Doch nun konnte er die Früchte seiner jahrelangen Mühen ernten. In Bochum gelang es dem gebürtigen Riedlinger, gleich einen doppelten Meistertitel zu erringen.

Er durfte bei der großen Meisterschaft des DBFV (Deutscher Bodybuilding- und Fitness-Verband) im November nicht nur den Titel samt Pokal für den Internationalen Deutschen Meister im Schwergewicht mit nach Hause nehmen. Gleichzeitig schaffte er es, den übergreifenden Gesamtsieg über alle fünf Klassen zu holen.

„Ich selbst trat in Klasse fünf an, der Schwergewichtsklasse ab 100 Kilogramm. Dann gibt es noch vier weitere Klassen, nach Gewicht gestaffelt“, erklärt Zoltan Bokor. Er ist damit sozusagen Meister aller Klassen. Quasi nebenbei holte er sich einige Zeit zuvor auch noch den Titel des bayerischen Meisters. Diese Erfolgsserie, vor allem aber eben der Deutsche Meistertitel, erfüllt den passionierten Bodybuilder mit Stolz.

„Ich gestehe, ich hatte nicht wirklich damit gerechnet“, räumt er ein. Insgesamt waren 245 Athleten am Wettkampf beteiligt, und gerade im oberen Feld seien die Konkurrenten wirklich sehr gut gewesen, erzählt er.

Im Training sei er ja eigentlich schon seit vielen Jahren, erzählt der Bodybuilder, der neben seiner Leidenschaft ein Geschäft für Sporternährung in Tailfingen führt. Doch so richtig ernsthaft habe er Mitte des vergangenen Jahres angefangen zu trainieren. Das beinhaltet einerseits die Trainingseinheiten im Sportstudio, andererseits natürlich auch die Ernährung. Die Kunst dabei ist, erzählt Zoltan Bokor, möglichst viel Muskeln aufzubauen und das wiederum an den exakt richtigen Stellen. Dies gilt es durch die richtige Ernährung zu unterstützen, die gleichzeitig zur Reduktion von Körperfett und Wasser führen soll, so dass sich beim Wettkampf die Muskeln möglichst deutlich und definiert abzeichnen.

Der muskulöse Sportler, der in Zeiten, in denen er nicht auf Wettkämpfe trainiert, zwischen 120 bis maximal 125 Kilo wiegt, stand danach mit einem Kampfgewicht von exakt 114,5 Kilo auf der Bühne. „Dazu habe ich mich ein gutes halbes Jahr von Reis und Gemüse ernährt, und natürlich von Fleisch“, berichtet er.

Mit seinen 1,87 Metern, den 114,5 Kilogramm und einem Bizepsumfang von 53 Zentimetern im nicht angespannten Zustand (angespannt sind es 57 Zentimeter) konnte er die Jury in Bochum von sich überzeugen. Nun ist er offen gesagt auch froh, dass die ganze Anspannung zunächst einmal wieder nachgelassen hat. „Vielleicht möchte ich es irgendwann noch einmal zu einem großen internationalen Wettbewerb schaffen, den Arnold-Classic beispielsweise“, sagt der Bodybuilder. Doch nun ist erst einmal Entspannung angesagt.

Was fasziniert den 38-Jährigen generell am Bodybuilding? „Ich glaube“, antwortet er nach kurzer Pause, „es ist dieses ständige Arbeiten an der eigenen Perfektion. Zu beobachten, dass es immer etwas perfekter wird. Es ist sozusagen die Faszination daran, sein eigenes Kunstwerk zu sein. Du meißelst den eigenen Körper wie eine Statue.“ Und aktuell, so Zoltan Bokor. nähere sich seine Statue der Vollendung. Nun gehe es an den Feinschliff.