Damit will die Stadt den Kindern in Kitas und in der Kindertagespflege wöchentlich zwei Testungen anbieten. Lieferschwierigkeiten der Hersteller hätten die Verwaltung dazu gezwungen, die Bestellung sofort zu veranlassen, erklärte Balingens Bürgermeister Reinhold Schäfer den Räten im Verwaltungsausschuss am Dienstag. „Wir sahen uns kurzfristig gezwungen, Notreserven zu ordern“, so Schäfer, „bevor der große Run aller Gemeinden losgeht.“

Gut die Hälfte der Eltern ist zu Tests bereit

Zuvor habe man ein Meinungsbild bei den Eltern der Kinder eingeholt. Dies habe ergeben, dass gut die Hälfte aller Familien bereit seien, die Kinder zu testen. „Wir haben uns nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, die Eltern mit der Testung zuhause zu beauftragen“, erklärte Harry Jenter, Leiter des Amts für Familie, Bildung und Vereine. Einerseits sei die Hemmschwelle für einen solchen sogenannten Lollytest, bei dem die Kinder zwei Minuten an einem Teststreifen im Mund lutschen, am niedrigsten, wenn Eltern ihn mit den Kindern durchführten. „Und zum anderen vermeiden wir natürlich so den Kontakt mit den Erzieherinnen und Erziehern und anderen Kindern in der Einrichtung“, so Jenter.

„Wir appellieren an die Eltern“

Denn die Eltern hätten jeweils vor Ort das Ergebnis der Testung abwarten müssen. „Positiv getestete Kinder hätten die Eltern ja gleich wieder mitgeben müssen.“ Der Test, dies betont die Verwaltung, sei freiwillig. „Allerdings appellieren wir wirklich an die Eltern, diese Tests zu machen“, so der Oberbürgermeister. Eine Pflicht zum Testen könne man sich derzeit nicht vorstellen. „Wenn die Kinder ungetestet nicht in den Kindergarten dürften, hätten wir sie in der Notbetreuung“, so die Überlegung des Oberbürgermeisters.
Montags könnten zwei Kits pro Kind abgeholt werden, getestet werden soll immer dienstags und donnerstags. „Die negativen Tests müssen in der Einrichtung abgegeben werden“, erklärt der OB. Die Handhabung sei simpel, das Ergebnis zuverlässig. Dafür auch nicht ganz günstig: Der leicht zu handhabende Test kostet knapp sieben Euro, die günstigere Variante nur 2,85 Euro, „aber die sollte eher in der Kita durchgeführt werden weil nicht ganz so simpel“, so das Argument von Harry Jenter.

„Was kostet uns das?“

„Haben Sie mal hochgerechnet, was uns das bis zur Sommerpause kostet?“, wollte Grünen-Rat Erwin Feucht wissen. Habe man, so Bürgermeister Reinhold Schäfer, nämlich rund 250.000 Euro. Das Land finanziere immerhin 68 Prozent an den Tests für unter Dreijährige und 30 Prozent an denen für größere Kinder mit. Und außerdem: „Geld ist nicht der wesentliche Punkt, die Testungen schützen Eltern, die eine erhöhte Gefahr haben, an Corona zu erkranken, und noch lange nicht mit Impfen dran sind“, so CDU-Rat Wolfgang Schneider. Man hoffe nun, dass sich noch mehr Eltern von der Sinnhaftigkeit der Tests überzeugen ließen und wolle in den nächsten Tagen auch mit einem Schreiben informieren. „Wir hoffen, dass wir Vertrauen in diese Tests aufbauen können“, so der OB.

Auch interessant:
Vollsperrung Balingen Bahnhofstraße Kein Durchkommen mehr am nördlichen Stadteingang

Balingen