Heselwangen April 2018 war wärmster in der Geschichte

Im April 2018 blühte alles fast gleichzeitig und prächtig.
Im April 2018 blühte alles fast gleichzeitig und prächtig. © Foto: dpa
Heselwangen / Karl-Heinz Jetter 07.05.2018

Der April 2018 war durchschnittlich 13,1 Grad warm – um 5,2 Grad zu warm. Es fielen nur 21,1 Liter Niederschlag (31,8 Prozent), und es gab 245,6 Sonnenscheinstunden (140,8 Prozent der Durchschnittswerte). Zudem brachte der Monat schon fünf Sommertage mit 25 und mehr Grad hervor. Das ist bis jetzt einmalig und außergewöhnlich, zumal der April als ein Monat mit häufigem Wetterwechsel angesehen wird.

Am Monatsanfang war es kühl, regnerisch und windig. Am 3. April kletterte die Tageshöchsttemperatur auf 20 Grad, am 6. April wurde bislang der letzte Frosttag (minus 1,7 Grad) in diesem Jahr registriert. Die Blüten der Obstbäume waren zum Monatsanfang noch fest verschlossen – ganz im Gegensatz zum Vorjahr, als die Kirsch- und Birnbäume schon Anfang April ihre ganze Blütenpracht zeigten. 2018 fing der Kirschbaum erst am 10. April zu blühen an. Zwei Tage später blüht dieser Baum durchschnittlich seit 1981 auf. Die fürs Wachsen für die Natur erforderliche Wärme war da, was aber fehlte, war der Regen. Die vorausgegangenen Monate Februar und März waren schon zu trocken, und nun sollte auch der April mit 21,1 statt durchschnittlich 66,4 Litern viel zu trocken ausfallen. Die Statistik gibt her, dass es in diesen drei Monaten durchschnittlich 170, 2 Liter pro Quadratmeter regnet – 2018 waren es nur rund halb so viel, nämlich 81,8 Liter.

Am 19. April gab es den ersten Sommertag mit 26,1 Grad in diesem Jahr. Bis zum 22. April folgten weitere drei Sommertage – wobei der 21. mit 27,7 Grad davon der Spitzenreiter im Monat ist. Vor einem Jahr lag am 19. April Schnee, am 20. April ging die Temperatur auf minus sechs Grad zurück. Danach waren damals alle Blüten und Fruchtansätze erfroren, und somit die damalige Hoffnung auf eine gute Obsternte vergebens.

2018 wurden am 20. April 7,6 Grad als Tagestiefst- und 27,5 Grad als Tageshöchstwert registriert – bei 12,9 Stunden Sonnenschein. Somit hatte das Blühen im April Bestand. Die Bienen und Hummeln konnten weiter ihrer fruchtbringenden Arbeit nachgehen, und der Mensch sich weiterhin an der Blütenpracht erfreuen. Zum Monatsende hin wurde alles von gelbem Blütenstaub überzogen. Alles – auch der Wald – blühte nun fast gleichzeitig, wobei der auffällig gelbe Staub, der in Wolken über das Land zog, vor allem aus Fichtenpollen bestand. Der Monat endete mit einem kühlen und sehr windigen Apriltag. Es tröpfelte gelegentlich, und die frisch gestellten Maibäume mussten deshalb ihre Gipfel gegen einen wolkenverhangenen Himmel recken.