Das Wetter im März war zweigeteilt. Auf eine verregnete und überaus windige bis stürmische erste Monatshälfte folgte eine mehr frühlingshafte, mit viel Sonnenschein und steigenden Temperaturen. Im gesamten betrachtet, fiel der März zu warm, recht sonnig und etwas nasser als üblich aus. Zur Einordnung: Im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1981 bis 2010) war es in der Region im März durchschnittlich plus 4,3 Grad warm/kalt, an Niederschlag in Form von Regen oder Schnee fielen durchschnittlich 57,8 Liter pro Quadratmeter, und die Sonne schien seit 1991 bis 2010 durchschnittlich 136,6 Stunden. Der diesjährige März brachte es dagegen auf eine Mitteltemperatur von plus 6,6 Grad Celsius, 62,9 Liter (109 Prozent) Niederschlag und auf 179,7 (132 Prozent) Sonnenscheinstunden. Außerdem wurden noch acht Frosttage registriert (durchschnittlich sind es 15 Frosttage und 0,8 Eistage) und an vier Tagen fiel Schnee.

Der März begann mit Regen und verhaltenen Temperaturen. Ab dem 3. März kam Wind auf. Die in rascher Folge vom Atlantik heran- und durchziehenden Sturmtiefs galt es aufzufüllen. Einen ersten windigen Höhepunkt brachte Tief „Bennet“ am Rosenmontag, 4. März. Am Vormittag kam stürmischer Wind auf, der zeitweise zum Sturm anschwoll. An der Station wurde eine Windspitze von 81 Stundenkilometer registriert – die Station des Deutschen Wetterdienstes auf Bronnhaupten zeigte 88 Stundenkilometer in der Spitze an, und die Meteogroup-Station auf dem Degerfeld meldete am Rosenmontag 98 Stundenkilometer als höchste Windgeschwindigkeit.

Nass und stürmisch ging es auch in den Folgetagen weiter. Fast jeder Tag war ein Regentag, und fast an jedem Tag blies der Wind mindestens in Windstärke 6 (39 Stundenkilometer und mehr). Einen weiteren Höhepunkt beim Wind gab es am Sonntag, 10. März, mit Sturmtief „Eberhard“. Jetzt hatte die DWD-Station in Meßstetten mit 91 Stundenkilometern die Nase vorn – die DWD-Station Bronnhaupten meldete 85 Stundenkilometer und in Heselwangen blies der Wind in der Spitze mit 75 Stundenkilometern. Es gab Sturmschäden an Gebäuden und in den Wäldern – auch der Narrenbaum musste wegen Bruchgefahr vor Aschermittwoch gefällt werden, doch von ganz schlimmen Sturmschäden blieb der Landkreis verschont.

Kurz vor der Monatsmitte kehrte der Winter nochmals zurück. Am 11. März schüttete Frau Holle nochmals die Betten, und zum Messtermin am nächsten Morgen bedeckten zwei Zentimeter pappiger Neuschnee die Flur, der aber bis zum Mittag schon wieder abgeschmolzen war. Am 14. März schneite es nochmals drei Zentimeter – an der DWD-Station in Meßstetten – auf 900 Meter über dem Meer waren es beachtliche 19 Zentimeter.

Kurz nach der Monatsmitte beruhigte sich das Wetter. Wind und Regen hatten nunmehr aufgehört und die Sonne ließ sich vermehrt blicken. Im ersten Monatsdrittel schien die Sonne an der Station nur 34,9 Stunden, im zweiten waren es schon 47,6 Stunden und im letzten Drittel war es mit 97,2 Stunden am sonnigsten. Am astronomischen Frühlingsanfang, am 20. März, ging die Temperatur nochmals in der Luft auf minus 3,7 Grad zurück – am Boden auf minus 5,5 Grad, die Lufttemperatur kam tagsüber nicht über zehn Grad hinaus.

Danach begann es bei zunehmend frühlingshaften Temperaturen auch zu grünen. Nun zog das Wetter die Menschen ins Freie, um sich an den Farben der Frühblüher zu erfreuen. Ganz zum Monatsende hin war es am wärmsten und sonnigsten – 19,5 Grad am 30. März bei zwölf Stunden Sonnenschein, jetzt fingen auch die Kirschbäume an zu blühen.

Nun konnte man mit Eduard Mörike sprechen: „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte…“

Info Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer, registriert.