Albstadt Albstädter Händler rufen um Hilfe

Albstadt macht ernst: Der Park-Beschluss des Gemeinderats fürs sogenannte Hufeisen wird zügig umgesetzt: Ab Januar ist die Ebinger Innenstadt für Kurzparker tabu.
Albstadt macht ernst: Der Park-Beschluss des Gemeinderats fürs sogenannte Hufeisen wird zügig umgesetzt: Ab Januar ist die Ebinger Innenstadt für Kurzparker tabu. © Foto: Dagmar Stuhrmann
Hechingen / Dagmar Stuhrmann 22.11.2018
Dass die Ebinger Altstadt ab Januar für Kurzzeitparker tabu ist, bringt Geschäfte, Dienstleister und Ärzte in Rage.

Ab 2019 im Hufeisen Parken nur für Bewohner“ – diese Ankündigung auf einem Infobanner der Stadtverwaltung bringt die Gemüter der von dieser Regelung betroffenen Ladenbesitzer und Ärzte in Wallung. „Schon der Beschluss des Gemeinderats 2017 basierte auf einer falschen Aussage“, sagen Daniela Steinhart-Schwab und Susanne Lebherz. Die Stadtverwaltung habe damals dem Gemeinderat versichert, dass das Parkkonzept mit dem Handel abgestimmt sei. „Das ist aber falsch“, sagen die beiden Frauen. „Es war nichts abgestimmt.“

Nach dem skurrilen Abstimmungswirrwarr vor acht Wochen über ein verändertes Konzept, das Kurzzeitparken teilweise zulassen sollte, aber darin endete, dass nun doch wieder die komplette Verbannung der Kurzzeitparker beschlossen wurde, sieht ein Großteil der Innenstadthändler dringenden Handlungsbedarf. Zumal sie sich in dieser Frage vom HGV im Stich gelassen fühlen. Daniela Steinhart-Schwab und Susanne Lebherz haben die Initiative ergriffen und ein Infotreffen organisiert. Zahlreiche Betroffene folgten dem Aufruf und brachten in der Runde zum Ausdruck, wie gravierend die Auswirkungen der geplanten Parkregelung aus ihrer jeweiligen Sicht wären. Rund 25 besorgte Mitstreiter und die CDU-Stadträte Roland Tralmer und Olaf Baldauf, die vor ihrer Fraktionssitzung die Stimmen der Bürger hörten, trafen sich im „CaVa“ zum Meinungsaustausch und um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Mit dem Ziel, die Verbannung der Kurzparker aus dem Hufeisen, die nun bemerkenswert schnell umgesetzt werden soll, zu verhindern. Denn das, so der Tenor, sei existenzgefährdend für die Geschäfte, die Gastronomie und Praxen. Sie sind zum Protest entschlossen: „Wir werden Flyer auslegen, mit Plakaten an den Schaufenstern auf diese Misere aufmerksam machen und Unterschriften sammeln“, sagt Daniela Steinhart-Schwab. Ihre Metzgerei ist im Stadthaus M 52 beheimatet. Genauso wie Café-Besitzerin Susanne Lebherz ist sie auf Laufkundschaft angewiesen. „Wir leben davon, dass die Kunden ‚mal gschwind ins Städtle‘ können.“

Statt dem Handel das Leben schwer zu machen, müsste die Stadt doch ein Interesse daran haben, die Innenstadt zu stärken. „Mit dem reinen Anwohnerparken will man das Wohnen im Hufeisen attraktiv machen. Aber zum attraktiven Wohnen gehört doch wohl auch eine florierende Innenstadt.“ Sich dafür einzusetzen, sei die eigentliche Aufgabe der Stadtverwaltung. Die vielen Leerstände sprächen eine deutliche Sprache. „Wenn die Sperrung des Hufeisens kommt, und ab Januar alles zu ist, werden es noch mehr werden.“ Sie verstehe nicht, wie man ausgerechnet den am meisten frequentierten Parkplatz sperren und auf diese Weise rund 100 zentrumsnahe Parkplätze vernichten könne.

Die Parkplätze Langwatte und Ziegelplatz seien keine Alternative. „Gerade ältere Kunden brauchen Parkmöglichkeiten, die näher an der Fußgängerzone liegen.“ Dieter Eppler (Geschenke-Eppler) kritisierte die prekäre Parkplatzsituation in Ebingen. Für die weggefallenen Parkhäuser sei kein adäquater Ersatz geschaffen worden. Dabei brauche die Innenstadt Frequenz. Das eigentliche Problem seien die Dauerparker, die die Parkscheibe vorstellen, sagte Walter Allgaier (Bohnlander). „Da müsste die Stadt endlich was machen“, fordert auch Susanne Lebherz.

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