Es ist ein Spagat, den die Klinikleitung auch weiterhin meistern will: Patienten im Zollernalb-Klinikum sollen weiterhin von einer Person pro Tag, möglichst kurz, besucht werden dürfen – trotz der steigenden Infektionszahlen im Zollernalbkreis.
Dazu kommen nun aber besorgniserregende Erfahrungen des Pflegepersonals vom vergangenen Wochenende, von denen die Klinikchefs in einer eilig einberufenen Videokonferenz am Montag den Medien berichteten.

Maske wird im Zimmer abgelegt

Die meisten Besucher würden zwar bei der Eingangskontrolle und auf den Fluren wie vorgeschrieben einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Doch „kaum haben sie die Zimmertür geöffnet, nehmen sie ihn wieder ab,“ erzählt Klinikchef Dr. Gerhard Hinger.
Am Wochenende sei es nun soweit gekommen, dass sich ebendiese Art von Besuch nach einem Hinweis durch das Pflegepersonal sehr uneinsichtig gezeigt habe und „heftig und aggressiv“ diskutiert hat.

Besuch zeigt sich uneinsichtig und aggressiv

„Wenn man aufgefordert wird, Maske zu tragen und dann aggressiv wird, zeigt das, dass es kein menschliches Versehen war“, sagt Hinger.
In einem solchen Verhalten sieht Hinger einen erheblichen Gefahrenpunkt für alle im Krankenhaus. Das sei rücksichtslos, nicht nur gegenüber der Mitpatienten im Zimmer, sondern auch gegenüber dem Personal, sagt Hinger. Denn auch das sorge sich um ihre Gesundheit.

Klinikpersonal erkrankt

„Wir haben leider eine Reihe an erkrankten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Hinger. Und die seien nicht nur auf der Coronastation eingesetzt gewesen, wo aktuell 29 Erkrankte behandelt werden, sondern auch auf den anderen Stationen.
Deshalb würde nun noch häufiger das Personal getestet. Analog zu den Patienten auch den Besuch per Schnelltest auf das Virus zu testen, hält Hinger für nicht umsetzbar.

Appell: Vernunft walten lassen

Klar wird: Eine Situation wie zu Beginn der Pandemie, als das Zollernalb-Klinikum von März bis Mai keinen Besuch zugelassen hatte, wollen die Chefs unbedingt vermeiden. „Das war eine große Härte für viele“, sagt Hinger.
Deshalb nun abermals der Appell an die Vernunft der Besucher, gerade auch mit Blick in Richtung Weihnachten. „Wer an den Feiertagen in der Klinik bleibt, für den wäre es eine kleine Katastrophe ohne Besuch“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer Manfred Heinzler.

Klinik setzt nicht auf Hausverbote

Auch wenn man sich intern keine Grenze gesetzt habe und auf den gesunden Menschenverstand hofft: Dort keine Maske zu tragen, wo es vorgeschrieben ist, stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, sagt Heinzler.
Zudem hat die Klinik das Hausrecht und könnte auch Hausverbote verteilen. Darauf musste man noch nicht zurückgreifen – und das wolle auch keiner, betont Hinger.

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