Albstadt ADAC-Veteran Erich Bächle über rostfreie Liebe

Albstadt / Holger Much 02.05.2018
Erich Bächle war 30 Jahre Vorsitzender des ADAC-Ortsclubs Zollernalb. Nun widmet er sich ganz der Faszination alter Karossen.

Erich Bächle war 30 Jahre Vorsitzender des ADAC Ortsclubs Zollernalb. Nun hat er nach unglaublichen 45 Jahren sein Engagement für den hiesigen Motorsport etwas zurückgenommen und widmet sich zusammen mit Karl-Heinz Kissling und Roland Lang der Faszination alter Karossen.

Seit 45 Jahren hat sich Erich Bächle mit viel Herzblut für den Motorsport in der Region eingesetzt. Aspekte wie das Brummen des Motors, der Geruch von Asphalt und Ledersitzen und schlicht die pure Faszination für das Automobil an sich haben in seinem Leben stets eine tragende Rolle gespielt. Und sie tun es nach wie vor. Doch nach dieser langen und intensiven Zeit, sagt Erich Bächle, sowie wenn der 70. Geburtstag vor der Tür steht, sollte man in manchen Bereichen etwas kürzer treten. So hat er kürzlich im Rahmen der Hauptversammlung des ADAC Ortsclubs Zollernalb sein Amt als Vorsitzender in jüngere Hände gelegt.

Drei Jahrzehnte saß Erich Bächle beim Ortsclub am Steuer, zuvor hatte er sich 15 Jahre lang in der Position des Sportleiters verdient gemacht. „Das muss genügen“, sagt er mit dem ihm eigenen, offenen Lachen. Bange ist ihm nicht, weiß er nach den jüngsten Wahlen doch den ADAC Ortsclub weiterhin in besten Händen: Markus Beck ist nun erster, Jürgen Speidel zweiter Vorsitzende. Holger Huber ist Schriftführer, Gottfried Bosch Schatzmeister, Jürgen Stierle Sportleiter, Stefanie Landenberger kümmert sich um die Jugend und Werner Krause, Wolfgang Sauter und Oliver Landenberger haben das Amt eines Beisitzers inne.

Angefangen hat die Geschichte, die Erich Bächle und den ADAC verbindet, im Jahre 1966. Damals, erzählt er bei einer guten Tasse Kaffee in seinem gemütlichen Heim in Truchtelfingen, haben sich ein paar junge Leute auf dem damals neu angelegten Sportplatz beim Ebinger Waldheim getroffen. Sie alle verband die Liebe zu Autos, die Faszination der schnellen Vehikel und durchaus auch der Reiz der Geschwindigkeit. „Das waren damals völlig andere Zeiten“, erinnert sich Erich Bächle. Ein Jahr später, 1967, wurde der Motorsportclub Ebingen gegründet, um der Autobegeisterung der jungen Wilden einen offiziellen Rahmen zu geben.

In seiner Eigenschaft als Sportleiter des MSC organisierte der 25-jährige Erich Bächle zahlreiche Motorsportveranstaltungen, darunter Orientierungsfahrten oder Slaloms. Veranstaltungen, die absolut auf der Höhe der Zeit waren und Leute aus dem Umkreis von 80 Kilometern und mehr zu locken vermochte. Der MSC hatte damals gut 15 bis 20 aktive Fahrer, erinnert sich Bächle. Berühmt waren die Rennen auf einem Platz bei Stetten a.k.M. Einmal, erinnert sich Erich Bächle grinsend, sei der damalige Ebinger Oberbürgermeister Hans Hoss zu ihnen gekommen und habe sich sehr interessiert gezeigt. Also durfte er mit Erich Bächle in dessen Auto, der dann motiviert aufs Gas trat und mit dem sichtlich beeindruckten Oberbürgermeister auf dem Nebensitz eine neue Bestzeit fuhr. Der seinerzeit schon existierende ADAC-Ortsverein wurde natürlich auf die rührigen jungen Männer aufmerksam. Für die als kleiner Verein wurde es indes immer schwieriger, Genehmigungen für ihre Veranstaltungen zu bekommen. So wurde 1977 das Angebot des damaligen ADAC-Vorsitzenden Dr. Günther Erbe angenommen, den MSC in den ADAC zu integrieren.

Erich Bächle blieb auch im größeren Verein weiter Sportleiter und stellte immer größere, immer erfolgreichere Veranstaltungen auf die Beine. Er initiierte eine Kart-Jugendgruppe oder Fahrradturniere, bei denen sich die Teilnehmer bis zur Deutschen Meisterschaft qualifizieren konnten.

Anfang der 80er kamen die Geländewagen auf, also wurden Offroad-Veranstaltungen organisiert. Bis zu 100 Teilnehmer, teilweise aus der Schweiz und aus Frankreich, gingen bei den riesigen Resten bei der Erddeponie Neuweiler an den Start. Nach zehn Jahren, erinnert sich Erich Bächle, wurde die immer größer und letztlich unkalkulierbarer werdende Veranstaltung abgesagt. „Aus Sichercheitsaspekten“, wie Erich Bächle sagt. Dieses ehrenamtliche Engagement schaffte er irgendwie, mit dem Beruf in Einklag zu bringen, wobei der Aspekt des Autos natürlich beide Welten vereinte: 1982 übernahm er das Autohaus Bächle und führte es, stets unterstützt von seiner Frau Marlene, bis Ende 2007, als er sich beruflich zur Ruhe setzte. Dazu kam noch, dass ihn 1988 Dr. Erbe fragte, ob er sein Nachfolger als erster Vorsitzendes des ADAC-Ortsclubs Zollernalb werden wolle. Nach reiflichem Überlegen sagte er zu. Es sollten unglaubliche 30 Jahre in dieser Position werden.

Auch zum 30-jährigen Jubiläum der Partnerschaft Albstadt-Chambéry war der ADAC Ortsclub Zollernalb mit von der Partie und nahm eine französische Oldtimergruppe auf; eine Begegnung, aus der viele Freundschaften entstanden sind, erinnert sich Erich Bächle.

Überhaupt die Oldtimer: Die sind Erich Bächle zusammen mit seinen beiden langjährigen Freunden Karl-Heinz Kissling und Roland Lang unglaublich ans Herz gewachsen. Gemeinsam gehen die drei Liebhaber edler Karossen der Faszination für die alten Maschinen nach, pflegen ihre Schätzchen und besuchen Veranstaltungen wie beispielsweise die Historic-Ralley in Stuttgart: „Das machen wir noch mit Begeisterung, bis zum heutigen Tag.“ Die einst blutjungen und etwas ungestümen Slalomfahrer aus den 60 Jahren treffen sich heute immer noch, ein paar Jährchen älter, doch mit immer noch ungebrochener Freude an Autos. Zudem, verraten Erich Bächle und seine Freunde lachend, sei man bei Oldtimerfreunden „immer in netter Gesellschaft“.

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