Geislingen „Umsonst & Draußen“ wird gerockt

Jährlich markiert das Umsonst & Draußen Zollernalb am letzten Sommerferien-Wochenende auch das Ende der Freiluft-Festival-Saison.
Jährlich markiert das Umsonst & Draußen Zollernalb am letzten Sommerferien-Wochenende auch das Ende der Freiluft-Festival-Saison. © Foto: Konrad Flegr
Geislingen / Konrad Flegr 03.09.2018
Das U & D Zollernalb hat seit zehn Jahren in Geislingen eine gute Heimat gefunden.

Für die Hard’n’Heavy-Szene der Region ist jetzt die Adventszeit angebrochen. Ab sofort werden die Tage bis zur Bescherung gezählt. Die gibt es am 7. und 8. September beim Umsonst & Draußen Zollernalb in Geislingen in Form von zwölf Stunden hochkarätiger Rockmusik für umsonst.

Seit zehn Jahren hat das U&D Zollernalb dank der Unterstützung der Stadt Geislingen und ihrer Einwohner einen so guten Rückhalt, dass es sich erlauben kann, auch absolute Hochkaräter der Hard’n’Heavy-Szene zu verpflichten. Amtliche Gagen von international angesagten Bands, die gerne im mittleren und höheren fünfstelligen Bereich liegen, sind dem eintrittsfreien Festival freilich nicht möglich. Aber Qualität bemisst sich nicht alleine an der Gage.

Brainstorm liefert nach

Das Line-Up dieses Jahres kann sich absolut sehen und hören lassen. Und das alles „für umme“, also ohne Eintritt. Was Lokalpatrioten dabei besonders freuen wird: an beiden Tagen stehen echte Geislinger auf der Bühne.

Den Freitag, 8. September, eröffnen gegen 18.30 Uhr „Draconians Remains“. Die fünf jungen Schwaben aus Balingen machen keinen Hehl daraus, woran ihr Herz hängt. Am lupenreinen und ursprünglichen Heavy Metal, der stets nach vorn geht und der zum Headbangen verpflichtet!

Ihnen folgt mit „Circus of Fools“ ein im allerbesten Sinne schriller Vogel der Szene. Die Band, die gerne Metal-Music mit Elementen des Theaters und Zirkus vermengt, feierte große Erfolge auf renommierten Festivals und mit namhaften Größen.

Für einen grandiosen Abschluss des ersten Abends wird „Get into gear“ sorgen. Das Geislinger Eigengewächs braucht in der Region nicht mehr vorgestellt werden und schon gar nicht in ihrem  Heimatstädtle. Geerdet im Rock, Metal und Grunge haben sie im Lauf von über zehn Jahren einen immer härteren Stil entwickelt.

Bruchlos geht es am zweiten Festivaltag mit Geislinger Künstlern weiter. Der frühe Samstag, 8. September, gehört ab 15 Uhr traditionell dem Nachwuchs, dieses Mal der Jugendkapelle der Stadtkapelle Binsdorf. Ihr folgen die Altvorderen der amtlichen, bekanntlich hochkarätigen Stadtkapelle. Beide Ensembles hatten riesigen Spaß daran, das Rock-Festival mit Blech- und Brass-Sound zu ergänzen und haben dazu eingängige Rock-Klassiker einstudiert. „Wir geben zu“, schmunzelt Chef-Organisator Criss Arndt, unterm Jahr als Stadtjugendpfleger bei der Stadt Geislingen beschäftigt, „dass wir diese Idee von Wacken abgeguckt haben. Aber wir sind besser: wir bringen gleich zwei Kapellen auf den Platz und integrieren die Jugend.“

Im Anschluss daran beweisen „Bouncing Betty“ aus Stuttgart, dass guter Rock nicht zwangsläufig aus den USA kommen muss. Anschließend gelingt das Konzert mit „Graydance“, das im Vorjahr an ausgefallenen Flügen gescheitert war. Die Grunge-Rock-Band aus Südfinnland stand schon mehrfach auf der  U&D-Bühne und pflegt seit vielen Jahren ein enges freundschaftliches Verhältnis zu dessen Machern. Ihre Musik spannt von harten Songs bis zu himmlischen Balladen und überrascht mit unerwarteten Elementen aus dem Progressiv-Rock.

Mit „Vanish“ wird dann unbestritten der Endspurt auf der Siegermeile eingeläutet. Die Band hat für jeden Rock- und Metal-Liebhaber etwas zu bieten. Traditioneller Metal trifft auf moderne Synthie-Sounds und progressive Elemente.

Alles „für umme“

Zum gigantischen Top Act läuft dann mit ganz warmen Gefühlen „Brainstorm“ auf. Die international renommierte Band prangte 2013 als Topact auf den U&D-Plakaten und bereitete sich schon tatendurstig im Backstage-Zelt hinter der Bühne vor. Zum Auftritt kam es dann nicht mehr, ein Orkangewitter bereitete dem Festival ein unliebsames Ende und den Veranstaltern ein heftiges finanzielles Minus. Aber die Szene hält zusammen und so konnte das Konzert 2015 doch noch stattfinden. „Brainstorm“ zählt seit spätestens 2001 zu den international geachteten deutschen Heavy-Bands, als ihnen mit dem  von der Fachpresse hochgelobten Album „Metus Mortis“, das in mehreren Fachzeitschriften zum „Album des Monats“ gekürt wurde, der weltweite Durchbruch gelang.

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Bands liefern beim Umsonst & Draußen Zollernalb insgesamt zwölf Stunden Live-Musik ab. Wieder treffen blutjunge Anfänger auf professionelle Alt-Cracks.

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