Vor den Augen der anwesenden Turnierrichter des Dachverbandes Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) habe das Pferd sogar eine Platzierung belegt, schreibt die Tierrechtsorganisation Peta in einer Pressemitteilung.

Eine entsprechende Beschwerde liege dem Dachverband inzwischen vor, sagt die Tierrechtsorganisation und behauptet, dass der 16 Jahre alte Calido in seinem Heimatstall immer wieder unter dem Einsatz von scharfen Sporen zu Höchstleistungen gezwungen worden sei. Die teilweise tellergroßen Hämatome an seinen Flanken seien nicht zu übersehen.

Peta teilt in seiner Pressemitteilung weiter mit, dass das zuständige Kreisveterinäramt in Villingen-Schwenningen ein Verfahren gegen die Pferdehalterin eingeleitet habe, nachdem sich ein Informant an die Polizei und an Peta Deutschland gewandt habe.

Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass es sich um keinen Einzelfall handelt: Immer wieder würden vom Ehrgeiz getriebene Reiter ihre Tiere misshandeln, um bei Wettbewerben vordere Platzierungen zu erzielen. Peta setzt sich deshalb für ein Verbot von Pferdesport-Turnieren in Deutschland ein.

"Die Misshandlung von Pferden für den Turniersport ist in der Szene kein Geheimnis. Fast alle Beteiligten machen mit oder schauen weg - mit stillschweigender Billigung des Dachverbandes FN. Diese systemimmanente Tierquälerei muss endlich ein Ende finden", so Peter Höffken, Fachreferent bei Peta Deutschland.

Bei Springturnieren sind die Hürden in den höchsten Klassen bis zu 1,60 Meter hoch. Daher komme es häufig vor, dass Pferde einen Sprung verweigern oder schwere Verletzungen davontragen, wenn sie in die Hindernisse regelrecht hineinstürzten.

"Kommt es dabei zu einer Fraktur oder Sehnenverletzung des Pferdebeines, ist das Tier für den Sport unbrauchbar und wird häufig zum Schlachter gebracht", so Höffken.

Über derart hohe Hindernisse zu springen, entspreche in keiner Weise den natürlichen Bewegungsabläufen dieser Tiere. Im Wettkampfsport würden Pferde gezwungen, bereits ab einem Alter von drei Jahren Hindernisse zu nehmen und so als Sportgeräte missbraucht.