Ebingen "King war unser Dauergast"

Juandalynn Abernathy erzählt von ihrem Vater, der eng befreundet war mit Martin Luther King, und von der Unterdrückung der Afroamerikaner. Hedi Abel von der Albstädter Gruppe von Amnesty International freut sich auf das Benefizkonzert mit Abernathy und ihrem Chor "Voices, Hearts & Souls" am 22. April in der Martinskirche. Foto: Nils Horst
Juandalynn Abernathy erzählt von ihrem Vater, der eng befreundet war mit Martin Luther King, und von der Unterdrückung der Afroamerikaner. Hedi Abel von der Albstädter Gruppe von Amnesty International freut sich auf das Benefizkonzert mit Abernathy und ihrem Chor "Voices, Hearts & Souls" am 22. April in der Martinskirche. Foto: Nils Horst
NILS HORST 12.04.2012
Am 22. April gibt der Balinger Gospelchor "Voices, Hearts & Souls" in der Martinskirche ein Konzert zum 50. Jubiläum von Amnesty International. Ein besonderes, wie Chorleiterin Juandalynn Abernathy verrät.

Juandalynn Abernathy sitzt mit ihrer roten Jacke gemütlich bei einem Glas Tee. Sie erzählt von ihrem Elternhaus und ihrer Kindheit in Amerika. Ihr Vater war Ralph David Abernathy, der ein enger Freund von Martin Luther King war.

Zusammen mit King setzte sich ihr Vater für die Gleichberechtigung von Afroamerikanern ein und war einer der Köpfe der "Southern Christian Leadership Conference". "Die beiden waren unzertrennlich", sagt sie. "Sie gingen sogar zusammen schwimmen und auch an Feiertagen war Martin Luther King bei uns zu Hause."

Die Tochter eines berühmten Bürgerrechtlers zu sein habe auch seine Schattenseiten, erzählt sie. Im Alter von zwei Jahren überlebt Juandalynn Abernathy einen Sprengstoffanschlag auf ihren Vater. Als kleines Kind erlebte sie den "March on Washington for Jobs and Freedom", wo Luther King seine berühmte Rede "I have a Dream" hielt.

Der Alltag in den USA gestaltete sich stets schwierig. "Beschimpfungen und ungerechte Behandlung waren normal", sagt sie. Abernathy ließ sich aber nicht unterkriegen und ging ihren Weg konsequent weiter.

Nach ihrem Studium am Oberlin College in Ohio - das erste College der USA, an dem Frauen und Afroamerikaner studieren durften - kam sie 1980 mit einem Stipendium nach Deutschland. Nach einem knappen Jahr in München ging sie nach Konstanz, wo sie auch negative Erfahrungen machte. "Diskriminierungen gab es auch hier," sagt sie.

Erst vor zwei Tagen sei sie in Konstanz grundlos angerempelt worden. "Das sind Einzelfälle", sagt sie. In Balingen, wo sie mit ihrem Mann und ihrem 13-jährigen Sohn lebt, fühle sie sich äußerst wohl.

Hedi Abel von Amnesty International, Gruppe Albstadt, pflegt den Kontakt zu Juandalynn Abernathy. Abel ist froh, dass sie den Balinger Chor "Voices, Hearts & Souls" für das Benefizkonzert in der Martinskirche gewinnen konnte. Auch wenn Abernathy in Balingen wohne, sei sie eine gefragte Person über die Kreisgrenze hinaus.

An dem Konzertabend werden vor allem Gospels über Menschenrechte gesungen. Der Chor wird aber auch Lieder über Diskriminierung singen, die die Chorleiterin Juandalynn Abernathy an ihre Kindheit und ihre bisherigen Lebenserfahrungen erinnern. Eigentlich hätte das Benefizkonzert bereits im vergangenen Jahr stattfinden sollen, sagt Hedi Abel. Dies musste aber auf Sonntag, 22. April, verschoben werden.