Der Auftritt von Juandalynn R. Abernathy, den Sat.1 bereits im Sommer aufgezeichnet hatte, ist auf der Zollernalb mit Spannung erwartet worden – schließlich ist Abernathy, ausgebildete Opernsängerin, in der Region keine Unbekannte. Im Jahr 2000 etwa hatte sie den Gospelchor „Voices, Hearts & Souls“ ins Leben gerufen, den sie bis heute leitet.

Abernathy berichtet von ihrem Onkel Martin Luther King jr.

Bis 22.30 Uhr mussten sich die heimischen Fans der Sopranistin am Sonntagabend vor den Fernsehgeräten gedulden. Dann stellten die Fernsehmacher die Balinger Sängerin ausführlich vor, beleuchteten die Vita der Patennichte von Martin Luther King jr. Und so erfuhr das Millionenpublikum, wie Abernathy nach Balingen kam: „Eine musikalische Karriere war in Amerika nicht realisierbar durch die Tatsache, dass mein Vater ein Bürgerrechtler war“, erklärte Abernathy. „Natürlich wurde ich auch diskriminiert, durch ein Stipendium bin ich dann nach Deutschland gekommen.“

Eine Botschaft an die Fernsehzuschauer

Vor ihrem Auftritt, den Sat.1 bereits im Sommer aufgezeichnet hatte, richtete Abernathy sich mit einer Botschaft an die Fernsehzuschauer: „Ich wünsche mir für die Welt Frieden und Toleranz. Natürlich sind wir aus verschiedenen Ländern, aber wir sind alle gleich.“

Eine Werbepause später dann der große Auftritt der Balingerin: Die schweren Türen zur Bühne öffnen sich, Abernathy tritt ins Rampenlicht, präsentiert „Almost there“ von Yvonne Catterfeld, die neben Michael Patrick Kelly, Sasha und den The-Boss-Hoss-Stars Alec Völkel und Sascha Vollmer selbst in der Jury der Castingshow sitzt. Doch Abernathy gelingt es weder Catterfeld, noch die anderen Jury-Mitglieder mitzureißen.

Kein Jury-Mitglied holt Abernathy ins Team

Niemand drückt den heiß ersehnten Buzzer, kein Stuhl dreht sich zur Sängerin. Abernathy scheidet damit bereits in der Blind Audition aus. Die Kritik der Jury fällt verhältnismäßig hart aus: „In den kräftigen und hohen Tönen fand ich dich richtig gut“, sagte Boss-Hoss-Mann Alec Völkel. „Ich hatte aber am Anfang das Gefühl, du hast ein bisschen gebraucht, um dich reinzufinden, was schade war, da auf der anderen Seite auch sehr viel Schönes dabei war.“

„Es saß nicht alles so richtig“

Ähnlich äußerte sich Jury-Mitglied Sasha: „Wenn du in die höheren Lagen gegangen bist, dann fand ich das immer ganz bezaubernd. Aber es saß nicht alles so richtig. Das ist ein bisschen schade und das tut mir leid. Dennoch war es ein wunderbarer Auftritt.“

Opernstimme irritiert Catterfeld

Und wie äußerte sich Yvonne Catterfeld, deren Song Abernathy interpretierte? „Ich hätte so gerne gedrückt, ich war kurz davor, denn ich finde, du hast so einen Ton, den ich total mag.“ Catterfeld erkannte: Abernathy ist professionelle Opernsängerin. Genau das allerdings sei das Irritierende gewesen, kritisierte Catterfeld. „Ich bin schon traurig“, sagte Abernathy nach ihrem Auftritt, die bei „The Voice Senior“ – eigentlich – in diesem Jahr noch gar nicht mitwirken, sondern sich erst nächstes Mal bewerben wollte.

Abernathy setzte sich gegen 4000 Bewerber durch

„Ich wollte erst mal schauen, wie alles so abläuft“, sagte sie vor wenigen Tagen. Doch ihre Freundin und Managerin Martina Kuhlmann kam ihr zuvor und meldete sie kurzerhand bereits zur zweiten Staffel an. In insgesamt vier Etappen, von Stuttgart bis Berlin, musste sie sich gegen 4000 Bewerber behaupten, mit Erfolg. „Die Zusage zu den Blind Auditions habe ich dann per Brief erhalten“, erzählte Abernathy jüngst.

Die Sängerin lebt seit 1997 in Balingen. Aufgewachsen ist sie jedoch im Süden der USA, wo ihr Vater gemeinsam mit Martin Luther King Jr. einer der Anführer der Bürgerrechtsbewegung war. Als Kind erlebte sie den Kampf für die Rechte der Schwarzen hautnah mit.

Das könnte auch interessieren:

Gymnasium Hechingen & Gemeinschaftsschule Rangendingen Erste Sommerschule schindet Eindruck

Hechingen