Beinahe 100 Impulse liegen nach der dritten Runde im Rahmen des Geislinger Bürgerdialoges zur Digitalkommune auf dem Tisch. Die ersten Treffen kreisten um die Fragen: Wie kann das Leben in der Stadt mit Hilfe digitaler Technik leichter werden? Wie können wir uns gemeinsam mit dem digitalen Wandel unserer Lebens- und Arbeitsumwelt befassen? Wie können wir im Dialog einen „Geislinger Weg“ in die neue Welt beschreiben und dann auch beschreiten?

Ein großer Wunsch, den die Bürger und vor allem die Gewerbetreibenden äußerten, ist eine bessere und belastbare Netzanbindung. Dabei wurden Anstöße gegeben für Wlan-Zugänge in öffentlichen Gebäuden, auf Sportplätzen sowie öffentliche „Hotspots“ und insbesondere auch schnelle Netzanbindungen für das Arbeiten zuhause. Was den Hotspot betrifft, sieht es gut aus. Bürgermeister Oliver Schmid hatte in seiner Haushaltsrede angekündigt, dass die Stadt aus dem EU-Förderprogramm Wifi4EU einen Zuschuss bekommt und damit einen Hotspot einrichten wird.

Die Geislinger wünschen sich aber auch Unterstützung beim Einstieg in digitale Welten. Vor allem die älteren Bürger hätten Nachholbedarf. Es sollte Kooperationsprojekte mit Schulen geben unter dem Tenor: Schüler schulen Senioren. Gewünscht werden Angebote zum Erwerb der Fähigkeiten für Selbstdatenschutz und eine neutrale Anlaufstelle für die Beratung zur Nutzung und Beschaffung von IT-Technik.

Als drittes großes Thema wurde über Anwendungen gesprochen. Aus den Reihen der Zuhörer wurde zum Beispiel der Aufbau einer lokal nutzbaren Dienste- und Serviceplattform angeregt, über die man lokale Informationen finden, bei lokalem Handel online einkaufen und soziale Services sowie Eintrittskarten buchen kann.

Eine „Geislinger App“ könnte Zugänge zu vielen Angeboten über einen Kanal bündeln. Von der medizinischen Beratung übers Netz für Menschen, die gehbehindert sind, bis zum bargeldlosen Zahlen per Handy reichen die Überlegungen. Abends könnte der Heimweg im Dunkeln sicherer werden, indem man Straßenlaternen per mobilem Endgerät bedient. Mit dem Einzug der Digitalisierung erhoffen sich die Bürger eine Vereinfachung der Arbeitsabläufe zwischen ihnen und der Verwaltung. Zum Beispiel könnte man online Ankündigungen von Vereinen und Initiativen automatisieren und die Belegung öffentlicher Räume elektronisch ermöglichen. Anträge auf Vereinszuschüsse ließen sich elektronisch leichter stellen. Diskutiert wurde über öffentliche Bürgerterminals für Onlineanfragen an die Kommunalverwaltung und für Onlineanträge. Gewünscht werden elektronische Hilfen für das Ehrenamt; hilfreich wäre auch eine elektronische Klimakarte Geislingens für die Schule und die Möglichkeit, Ladestationen für Elektroautos per App zu finden.

Digitale Agenda 2025


Das Bürgergespräch ist Teil des Bürgerdialogs „Von der Klimastadt zur smarten Klima-City 4.0 – digitale Agenda 2025 – Bürgerinnen und Bürger gestalten die Zukunft der Digitalkommune“. Das Vorhaben ist Teil der Initiative der Landesregierung „Digitale Zukunftskommune“. Wer sich elektronisch informieren lassen möchte, kann sich für den Mailverteiler des Arbeitskreises Klimastadt melden, der schon mehr als 100 Teilnehmer, Frauen und Männer, umfasst. Kontakt: schroeter@talheimer.de.