Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen startete das Landratsamt Zollernalbkreis mit Unterstützung von #imländle eine Social-Media-Kampagne gegen Gewalt an Frauen. Seit Ende November  wird unter dem Hashtag #faustweg das erste Video auf der Homepage des Landkreises (www.zollernalbkreis.de) und unter www.imlaendle.de veröffentlicht. Ziel ist es, über das Thema zu informieren und dafür zu sensibilisieren sowie die regionalen und überregionalen Beratungsstellen bekanntzumachen.

Im Schnitt erlebt jede vierte Frau in Deutschland im Alter zwischen 16 und 85 Jahren mindestens einmal körperliche und/oder sexualisierte Gewalt. Die Übergriffe finden in allen Lebensbereichen statt – am Arbeitsplatz, in der Freizeit, in der Pflege und großteils in der Partnerschaft. Die Hemmschwelle der Betroffenen, Hilfsangebote zu nutzen, ist groß. Nur 20 Prozent machen hiervon Gebrauch, sei es aus Angst, Scham oder Unwissenheit.

„Mit der Kampagne setzen wir ein klares Zeichen, gegen jegliche Art von Gewalt“, sagt Landrat Günther-Martin Pauli. In einem späteren Videoclip sprechen sich bekannte Gesichter aus der Region öffentlich gegen Gewalt an Frauen aus. Damit soll motiviert werden, einen eigenen Beitrag gegen Gewalt zu leisten: Jede und jeder ist eingeladen, ein Bild oder kurzes Video unter #faustweg mit der Geste der Solidarität zu posten. Diese Geste aus der Gebärdensprache wird in den #faustweg-Videos und auf den Plakaten gezeigt.

Der Verein Feuervogel Zollernalbkreis ist örtliche Anlaufstelle für Opfer sexualisierter Gewalt. Er berät und informiert Fachkräfte, Eltern und andere Vertrauenspersonen. Auch die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Balingen führen Beratungsgespräche und bieten betroffenen Frauen gezielte Unterstützung an. Als weitere Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien hat der Weiße Ring eine Außenstelle im Kreis. Darüber hinaus berät das bundesweite Hilfetelefon anonym telefonisch und online rund um die Uhr.

Erläuterung des Begriffs


#faustweg: Die Faust symbolisiert Gewalt. Die Social-Media-Kampagne richtet sich gegen Gewalt an Frauen – also weg aus Gewaltsituationen. Gleichzeitig soll Betroffenen Mut gemacht werden, dass es auch einen (Aus-)Weg aus der Gewalt gibt.