Balingen Kunstschau: „100 Jahre Bauhaus“ in der Zehntscheuer

Vertreter des Schulamts, der Stadt Balingen und des Regierungspräsidiums, zahlreiche Lehrer und Schüler kamen zur Eröffnung der Schulkunstausstellung in die Balinger Zehntscheuer.

Von Lydia Wania-Dreher
In der Balinger Zehntscheuer wurde die Kunstschau „100 Jahre Bauhaus“ eröffnet. Schüler aus dem ganzen Kreis stellen aus.

Bauen, wohnen und leben ohne Firlefanz – so lässt sich das Bauhaus wohl am besten beschreiben. Wie das Schüler aus dem ganzen Zollernalbkreis genau 100 Jahre nach der Gründung der neuartigen Kunst- und Gewerbeschule umsetzen, zeigt ab sofort die Schulkunstausstellung in der Balinger Zehntscheuer.

Zur Eröffnung der Schau mit dem Motto „100 Jahre Bauhaus“ kamen zahlreiche Lehrer und Schüler. „Ich bin stolz, dass eine von 25 Ausstellungen im Land bei uns ist“, sagte Balingens Oberbürgermeister Helmut Reitemann. Schüler aus 15 Schulen fertigten Werke für die Ausstellung.

Reitemann erinnerte daran, dass das Bauhaus vor 100 Jahren ungewohnt und umstritten war. Doch noch heute wirke es nach. So sehe man vielen modernen Gebäuden die Ideen des Bauhauses an. „Moderne Architektur ist teilweise bis heute umstritten, das erleben wir bei der Stadt immer wieder“, sagte der Oberbürgermeister.

Schulrat Harald Schempp erklärte, dass das Bauhaus ein Projekt von kurzer Dauer war. Nach 14 Jahren wurde es von den Nationalsozialisten zur Auflösung gezwungen. Aber die Wirkung sei bis heute groß, so Schempp. Die Ideen – wie etwa „Die Form folgt der Funktion“ – zogen hinaus in die Welt. Und genau das sei das Bauhaus gewesen: eine Idee.

Tillmann Gäckle, Schulkunstbeauftragter des Regierungspräsidiums Tübingen, lobte in seiner Einführung die teilnehmenden Schüler. Sie hätten ihr umfangreiches Potenzial genutzt, sagte er.

Viele Schüler und Eltern würden beim Stichwort Bauhaus an einen Baumarkt denken, sagte Gäckle. Doch die Resonanz der Schule, die Kunst und Handwerk zusammenfügte, halte bis heute an. „Jeder kennt mindestens ein Produkt des Bauhauses“, sagte er. Als Beispiel nannte er die Einbauküche. Der Prototyp, die sogenannte Frankfurter Küche, wurde Anfang der 1920er-Jahre in zahlreichen Wohnungen eingebaut und sollte dank der praktischen Anordnung Abläufe vereinfachen und damit Zeit sparen.

Wohnungseinrichtungen im Bauhausstil waren auch ein Thema, dem sich die Schüler aus dem Zollernalbkreis annahmen. So fertigten zum Beispiel Achtklässler der Realschule Balingen Modelle von Jugendzimmern.

Aber auch Skizzen und Konstruktionen von ganzen Häusern oder einer kompletten Wohnanlage gibt es in der Zehntscheuer zu bestaunen. Die Schüler interpretierten zudem Werke des Bauhauses neu und experimentierten mit Materialien.

Beteiligte Schulen und Öffnungszeiten

Beteiligt haben sich an der Ausstellung die Lauwasenschule Balingen, die Sprachheil­schule Balingen, die Schlossgartenschule Straßberg, die Waldorfschule Balingen, die Realschule Hechingen, die Schlossberg-Realschule Albstadt, die Langenwand-Eyachquellgrundschule Albstadt, das Gymnasium Ebingen, die Realschule Balingen, die Weiherschule Hechingen, die Realschule Winterlingen, die Gemeinschaftsschule Kleiner Heuberg, das Progymnasium Burladingen, das Gymnasium Balingen und das Gymnasium Hechingen.

Die Ausstellung kann bis zum 2. Juni dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr in der Balinger Zehntscheuer, Neue Straße 59, besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.