Nach dem Landkreis Schwäbisch Hall hat es nun auch den Rems-Murr-Kreis erwischt: Wie das Landratsamt mitteilt, gab es in der vergangenen Woche pro 100.000 Einwohner mehr als 50 Neuinfektionen - der Landkreis wird somit zum Risikogebiet.
Der erweiterte Krisenstab hat deshalb am Samstag beschlossen, dass der Rems-Murr-Kreis die von Bund und Länder vereinbarten Einschränkungen per Allgemeinverfügung erlässt, die bereits am Sonntag in Kraft treten.

Die konkreten Regelungen

  • Die zulässige Anzahl von Teilnehmenden bei Feiern im öffentlichen und privaten Raum wird auf maximal 10 Personen beschränkt. Diese Anzahl darf überschritten werden, insofern Personen aus maximal zwei Haushalten zusammenkommen. Die Regel gilt ab Sonntag, 5 Uhr. So müssen keine begonnenen Feiern beendet werden.
  • Die Teilnehmerzahl bei öffentlichen Veranstaltungen wird auf 100 Teilnehmer beschränkt. Ausgenommen davon sind zum Beispiel Gemeinderats- und Kreistagssitzungen.
  • Es besteht eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Raum, wenn das Einhalten eines Abstandes von 1,5 Metern nicht möglich ist. Dies ist beispielsweise in belebten Einkaufsstraßen oder innerhalb von Warteschlangen der Fall. Auf Messen und Märkten herrscht eine durchgängige Maskenpflicht. Zudem erhalten die Kommunen die Möglichkeit, dort wo im öffentlichen Raum typischerweise der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann - wie in Fußgängerzonen - eine Maskenpflicht vor Ort durch Schilder selbst zu regeln.
  • Für Gastronomiebetriebe gibt es eine Sperrstunde um 23 Uhr. Das bedeutet: Ab diesem Zeitpunkt darf kein Alkohol mehr verkauft werden.
  • Schüler ab der 5. Klasse müssen ab Montag, 19. Oktober, eine Maske im Klassenzimmer tragen.

Landrat bittet Bürger um Verständnis

„Wir wissen, dass dies ein harter Schlag für die Gastronomie und für Familienfeiern ist – vor allem, weil es so kurzfristig kommen muss“, betont Landrat Dr. Richard Sigel. „Dieses Wochenende feiern viele Familien im Landkreis Konfirmation – ein Fest, das an manchen Orten bereits vom Frühjahr in den Herbst verschoben wurden. Solche Einschränkungen schmerzen, dessen bin ich mir bewusst. Gleichzeitig gilt es nun, die Pandemie rasch einzudämmen. Die Bundeskanzlerin hat es heute noch einmal auf den Punkt gebracht: Wir dürfen keinen Tag mehr verlieren.“
Der Landrat betont, dass das Landratsamt die Bürger gerne früher und klarer informiert hätte. „Allerdings haben die Abstimmungen im Nachgang zur Ministerpräsidentenkonferenz ihre Zeit gebraucht und wir haben erst am Freitagabend den Erlass zur Umsetzung vom Sozialministerium erhalten“, so Sigel. Die Regelungen zu privaten Feiern treten bewusst erst am Sonntag um 5 Uhr in Kraft, damit zum Beispiel Hochzeitsfeiern nicht abgebrochen werden müssten.

Rems-Murr-Kreis