Ellwangen Sieben Monate auf Bewährung

Ellwangen / Katharina Scholz 06.11.2018
Weil er Sozialversicherungsbeiträge nicht abgeführt hat, muss sich ein Metzger vor Gericht verantworten.

Das Ellwanger Amtsgericht hat einen 56-jährigen Metzger aus dem Ostalbkreis wegen Veruntreuung und Vorenthaltens von Arbeitsentgelt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die Verhandlung am Amtsgericht in Ellwangen war bereits nach knapp 20 Minuten wieder vorbei.

Mitte April dieses Jahres wurde gegen den 56-Jährigen ein Haftbefehl erlassen. Der Fleischer, der seinen Betrieb seit 30 Jahren führt, wurde in 13 Fällen beschuldigt, die Sozialversicherungsbeiträge seiner Angestellten nicht abgeführt zu haben. Hierbei soll ein geschuldeter Betrag von 25.000 Euro – über den Zeitraum von Februar bis Juni 2017 – entstanden sein.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft forderte hierfür eine Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Der Verteidiger des Angeklagten, Christian Wieland, hielt dies aber nicht für tat- und schuldangemessen. Er berief sich darauf, dass ein Schuldenbereinigungsplan entworfen wurde und demzufolge knapp 6000 Euro bereits beglichen wurden.

13 Fälle gestanden

Auch die Tatsache, dass sein Mandant ein Geständnis hinsichtlich der 13 vorgeworfenen Taten ablegte, müsse berücksichtigt werden. Außerdem sei der Angeklagte in der Vergangenheit nie strafrechtlich in Erscheinung getreten. Auch dies ein Umstand, der bei Festlegung des Strafmaßes beachtet werden müsse.

Dem Angeklagten sei es darüber hinaus nie darum gegangen, persönliche Vorteile zu generieren. Vielmehr sei die Sache, so Verteidiger Wieland, „aus dem Ruder gelaufen“. Bei der Urteilsbegründung folgte Amtsgerichtsdirektor Norbert Strecker den Argumenten von Verteidiger Christian Wieland.

Der Metzger wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt, die auf eine Bewährungszeit von drei Jahren ausgesetzt wurde. Der Angeklagte wird weiter in der Fleischerei, die nun von seinem Sohn fortgeführt wird, tätig sein.

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