Beistand Leid in der Gemeinschaft lindern

Birgit Brenner und Karin Böhme (von links) leiten gemeinsam das Trauercafé „Lichtblick“.
Birgit Brenner und Karin Böhme (von links) leiten gemeinsam das Trauercafé „Lichtblick“. © Foto: Achim Klemm
Ellwangen / Achim Klemm 10.01.2019
Jeder fühlt sich verstanden: Trauercafé „Lichtblick“ in Ellwangen bietet Betroffenen Hilfe in schwerer Zeit.

Das Trauercafé „Lichtblick“ des ambulanten ökumenischen Hospizdienstes in Ellwangen ist ein Angebot für Trauernde. An jedem zweiten Freitag im Monat trifft man sich im Café Präsent in der Oberen Straße 1 gegenüber dem Palais Adelmann zu Austausch und Gespräch.

Das Trauercafé ging aus dem ökumenischen Hospizdienst hervor. Es nehmen regelmäßig zwischen sechs und acht Personen daran teil. Jeweils für zwei Stunden, von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr, haben Trauernde Gelegenheit, ihr Herz auszuschütten. Denn in der Regel wird der Tod in der Gesellschaft weitgehend tabuisiert und das Gespräch darüber ausgeschlossen. Viele wissen nicht, wie man mit dem Tod des Ehepartners oder Familienmitglieds und dem schmerzlichen Verlust umgehen soll. Man fühlt sich allzu oft alleingelassen, isoliert und unverstanden. Hier bietet das Trauercafé in einem Nebenzimmer des Café Präsent im geschützten Rahmen Menschen Hilfe, um mit dem persönlichen Verlust besser umgehen zu können.

„In der offenen Gruppe fühlen sich die Trauernden besser verstanden und fühlen sich auch angenommen, weil es eben allen am Tisch so geht“, erklärt Karin Böhme, die zusammen mit Birgit Brenner das Trauercafé leitet, das es seit mittlerweile fünf Jahren gibt. Beide haben eine Qualifikation zur Trauerbegleitung absolviert. „Alle sind so willkommen, wie sie sich gerade in ihrer Trauer fühlen. Miteinander ins Gespräch zu kommen ist ebenso möglich, wie einfach still dabei zu sein, um ein Stück Gemeinschaft zu erleben“, verdeutlicht Birgit Brenner.

Böhme weiß, wie schwierig es ist, den neuen Lebensabschnitt zu meistern, den manche oft allein gehen müssen. „Wir versuchen den Trauernden zu vermitteln, dass sie es nach dem Tod des Partners richtig machen. Sie sollen Bestätigung erfahren. Man muss den Verlust akzeptieren und einfach als Teil des Lebens begreifen“, sagt Karin Böhme. Durch das Trauercafé und die Einladung zum Gespräch entstehen schließlich sogar Freundschaften. Die Betroffenen unternehmen etwas gemeinsam und nehmen wieder am öffentlichen Leben teil.

Karin Böhme lädt Betroffene, die schmerzlich Tod und Trauer erfahren haben, ins Trauercafé ein, um das Angebot zu nutzen. „Man soll sich nicht scheuen und den Mut haben, bei uns teilzunehmen, jeder profitiert davon“, verspricht Böhme.

Info Hilfe gibt es unter Telefon 0 79 61 / 9 69 54 32 oder per E-Mail an amb.hospizdienst-ellwangen@web.de.

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