Ellwangen / Franz Rathgeb  Uhr
Die Stadt Ellwangen hat verschiedene Ideen zur Umnutzung der ehemaligen Reinhardt-Kaserne.

Über Jahre war unklar, wie das 48,6 Hektar große Gelände der Reinhardt-Kaserne zivil genutzt werden kann. Jetzt hat die Stadtverwaltung dem Gemeinderat diverse Entwicklungsszenarien vorgestellt. Wie schnell und in welchem Umfang die Pläne umgesetzt werden können, ist von zwei Faktoren abhängig: Kann die Stadt das Gelände dem Bund abkaufen, und wann schließt das Land die LEA endgültig?

Bürgermeister Volker Grab erklärte, dass die Verwaltung in Gesprächen mit Regierungspräsidium und Innenministerium ausgelotet habe, „wo es hingehen soll“. Die „rechtlichen Schritte sind gemacht worden“. Die Umsetzung der Pläne sei jedoch davon anhängig, „welche Flächen uns zur Verfügung stehen“.

Dann stellte Grab zusammen mit dem Leiter des Amts für Stadtentwicklung, Klaus Ehrmann, und dem Konversionsbeauftragten Ulrich Nagl die Möglichkeiten vor. „Es geht um die Entwicklung eines neuen Stadtteils“, erklärte Ehrmann.

Die Stadt favorisiere das „Szenario B 2“. Dieses beinhaltet den Sektor „Bildung“ im historischen Kasernenbereich und die Nutzungsart „Dienstleistung“ im Süden des technischen Bereichs. Die weiteren Flächen (jetzige LEA, nördlicher T-Bereich und ehemalige Standortverwaltung) sollen für Wohnbebauung genutzt werden.

Die drei Bewerber, darunter der Bühlertanner Bürgermeister Michael Dambacher, geben bei der Kandidatenvorstellung in der Ellwanger Rundsporthalle ein gutes Bild ab. Von Gerhard Königer

Der Bereich „Bildung“ beinhaltet neben dem Sprachenzentrum der Bundeswehr und der EATA eine imaginäre „Hochschule für Gesundheit und Pflege“ und eine mögliche „Gesundheitsakademie Ostalb“. Eine Hochschule müsste das Land finanzieren, die „Gesundheitsakademie“ wurde vom Landkreis als Ausgleich für die Auflösung des Bundeswehrstandorts versprochen.

Alles erst nach LEA-Auflösung

Vom Kasernenareal ist derzeit knapp ein Viertel (14,4 Hektar) durch die LEA belegt. Die Bereiche des Sprachenzentrums der Bundeswehr (4,6 Hektar) und der EATA (1,6 Hektar) sowie das Sportzentrum Hungerberg (8,9 Hektar) sind auf Dauer vergeben. Auf der ehemaligen Standortverwaltung (3,3 Hektar) entsteht momentan das Neubaugebiet Karl-Stirner-Straße. Somit können nur die Restflächen des historischen Bereichs (4,9 Hektar) und der 8,4 Hektar große, ehemalige technische Bereich überplant werden. Die 12 Hektar große Hungerberg-Kaserne kann erst nach der Auflösung der LEA umgenutzt werden.

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Die Stadtverwaltung hat verschiedene Entwicklungsvarianten mit den Nutzungsarten Bildung, Wohnen und Dienstleistungen erarbeitet. Unter Letzteres fallen „innovative Software-Unternehmen“ und „hochwertige Büronutzungen“. Produktionsbetriebe sind wegen des Wohngebiets nebenan nicht vorgesehen.

Die Pläne für die Mühlberg-Kaserne sind bei allen Szenarien identisch. Wie erwähnt: Angedacht sind die „Gesundheitsakademie Ostalb“ im einstigen „Sanitätsbereich“ der Kaserne, eine Hochschule für Gesundheit und Pflege und Studentenwohnungen.

Im technischen Bereich und auf dem Areal der LEA sollen die Nutzungsarten Dienstleistung und Wohnen angegliedert werden. Das Wohnen ist nördlich der Dienstleistungszone und auf dem LEA-Areal geplant. Inklusive des Neubaugebiets „Karl-­Stirner-Straße“ soll eine knapp 17 Hek­tar große Fläche der Wohnbebauung zugeführt werden. Zur Erschließung soll die Straße zwischen Südtor und Nordtor als Hauptachse genutzt werden.

Die Hallen im T-Bereich sollen, sofern sie nicht verwendet werden können, abgebrochen werden. Das Leitungsnetz (Strom, Wärme, Wasser und Abwasser) müsse an die neue Nutzung angepasst werden.

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