Nun besteht auch in Ellwangen die Möglichkeit, ein Urnengrab in einem sogenannten Ruhehain zu nutzen. Was als „Friedwald“ (dies ist allerdings inzwischen ein geschützter Markenname) bekannt wurde, findet immer mehr Nachahmer.

Nachdem die Schönenberggemeinde die Einrichtung eines solchen „Waldfriedhofs“ zuletzt abgelehnt hatte, fand die Stadt im Rabenhof einen Partner, der die Idee nicht nur für gut befand und entsprechende Flächen zur Verfügung gestellt hat, sondern auch die damit einhergehenden Arbeiten übernimmt.

Seit Jahresbeginn kann der Ruhehain genutzt werden. Oberbürgermeister Karl Hilsenbek, Michael Baden als Leiter des Stadtplanungsamts, Jutta Buhl vom Liegenschaftsamt, Joachim Kiefer als Leiter der LWV Eingliederungshilfe GmbH (Betreiberin des Rabenhofs) und Thomas Klement, Leiter der Werkstätten des Rabenhofs, stellten den neuen Friedhof vor. Genutzt werden dazu der Rabenhof-Friedhof, der längst nicht mehr in Betrieb war, auf dem allerdings auch noch einige Grabstellen und Stelen zu finden sind, und das Gelände drumherum.

Bald 280 Bestattungsplätze

Das Areal wurde hergerichtet, ebenso die kleine Aussegnungshalle, Kieswege wurden angelegt. Rund 220 Bestattungsplätze kann der Ruhehain zurzeit zur Verfügung stellen und, wie OB Hilsenbek sagte, es liegen dafür auch schon zehn Anfragen und sogar zwei feste Reservierungen für Ruheplätze vor. Falls das Interesse so groß ist wie zu vermuten steht, kann dem Rechnung getragen werden. Dieses Jahr noch sollen 60 weitere Bestattungsplätze entstehen. Und der Ruhehain kann bei Bedarf auch noch weiter in den bestehenden Wald hineinwachsen.

Rings um jeweils einen Baum können bis zu zwölf Urnengräber angelegt werden, vergleichbar den Stunden eines Zifferblatts. Die Grabstellen halten dabei einen Abstand von rund zwei Metern zum Baum ein, damit bei den Grabarbeiten nicht die Wurzeln der Bäume in Mitleidenschaft gezogen werden.

Grabeinfassungen und Ähnliches ist nicht geplant. Gekennzeichnet werden die Grabstellen nur durch Namensplaketten, die am Baumstamm angebracht werden. „Grabpflege“ im üblichen Sinn ist nicht erforderlich, zumal die Verbindung von Mensch und Natur zelebriert wird.

Kostengünstig ist diese Art Grab dazu noch: Die Bestattungskosten einschließlich Herrichten der Grabstelle und Namensplakette betragen 400 Euro, für 15 Jahre Nutzungsrecht zahlt man weitere 700 Euro. Ein solches Grab in Anspruch nehmen können übrigens nicht nur Ellwanger Bürger, sondern auch Interessenten aus anderen Kommunen.

Dienstleistungen vom Rabenhof

Der Rabenhof überlässt der Stadt nicht nur das Gelände auf Erbpachtbasis für zunächst 65 Jahre, sondern übernimmt auch die nötigen Dienstleistungen, wie etwa die Pflege des Ruhehains, er stellt die Urnengräber her sowie die Gedenkplatten und nicht zuletzt sind auch Parkplätze, Toiletten sowie das Casino für einen etwaigen „Leichenschmaus“ Sache des Rabenhofs.

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