Schwäbisch Gmünd / krib  Uhr
Der Halbnackt-Auftritt einer Linken-Stadträtin aus Schwäbisch Gmünd erhitzt die Gemüter. Das sind die Reaktionen im Netz auf Cynthia Schneider als leicht bekleidetes Einhorn.

Immer höhere Wellen schlägt der Auftritt einer Schwäbisch Gmünder Stadträtin als leicht bekleidetes Einhorn bei der Eröffnung der Remstalgartenschau am vergangenen Wochenende. Sowohl bei der Feier in Schwäbisch Gmünd, als auch in Schorndorf, trat die Kommunalpolitikerin Cynthia Schneider (Linke) fast nur in Farbe gehüllt als Einhorn auf.

Das Fabelwesen ist das Wappentier der Stadt, die zusammen mit 15 weiteren Kommunen an der Remstalgartenschau teilnimmt. Jede sollte ein Maskottchen zur Eröffnung mitbringen. In Gmünd hatte man sich für das leichtbekleidete Einhorn entschieden, das vom Bodypainting-Künstler Udo Schurr bemalt wurde.

Halbnacktes Einhorn:Kinder seien entsetzt gewesen

Der Auftritt der Stadträtin polarisiert im Netz. Die einen verteidigen die Aktion als Kunst, die anderen finden sie geschmacklos. Eine Facebook-Userin ist sich sicher: „Die Kinder waren entsetzt und konnten es gar nicht fassen, dass das Einhorn nackt war.“ Andere finden, die Aktion habe die Stadt „zum Gespött gemacht“.

Die Anfeindungen betreffen auch Cynthia Schneider persönlich. Diese sprach in der Gmünder Tagespost davon, dass die Anfeindungen „zum Teil für sie nur noch schwer erträglich“ seien. Von „geschmacklos“, „hässlich“ oder „saudümmlich“ ist in den Kommentarspalten unter anderem die Rede. Doch viele Nutzer verteidigen die Aktion und sprechen der 37-Jährigen Mut zu: „Liebe Frau Stadträtin, lassen sie sich nicht unterkriegen“, schreibt ein User. „Manchen gefällt es, manchen nicht. Das war bei Kunst schon immer so“, findet ein anderer.

Bodypainting-Künstler meldet sich zu Wort

Auch der Bodypainting-Künstler selbst meldet sich gegenüber der Gmünder Tagespost zu Wort. Noch nie habe er auf eines seiner Kunstwerke solche Reaktionen erlebt, sagt Udo Schurr der GT. Die Kommentare auf Facebook bezeichnet er in dem Interview als „teilweise unter der Gürtellinie“, als „verantwortungslos“ und „wirr“.

Für den halbnackten Auftritt der Schwäbisch Gmünder Stadträtin Cynthia Schneider bei der Gartenschau-Eröffnung hagelte es Kritik. Jetzt erhebt die Partei Linke schwere Vorwürfe gegen den Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister Arnold.

Wie eine Pressemitteilung der Partei der Stadträtin Anfang der Woche nahelegte, war der Auftritt dabei ursprünglich inkognito geplant. Die Gmünder Linke wirft dem OB darin vor, er habe sich nicht an Absprachen gehalten und „ohne Not Namen und Funktion“ der 37-Jährigen genannt.

Vorwurf: „Sexistisch und abgeschmackt“

Nicht erst seit dem Lautwerden dieser Vorwürfe wird auch der Gmünder Oberbürgermeister in Zusammenhang mit dem Einhorn-Auftritt angefeindet. „Dieser Marketinggag der Stadtverwaltung war niveaulos, sexistisch und abgschmackt“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Die Gmünder Linke wirft dem OB eine „sexistische Inszenierung“ vor und fordert Arnold auf, sich öffentlich zu entschuldigen.

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