Heute braucht man mehr Mut und Überzeugung als früher, um als Nachfolger ein Unternehmen zu führen“, weiß Stefan Schmid, Jahrgang 1980, der seit 2011 als geschäftsführender Gesellschafter zusammen mit seinem Vater Martin Schmid das Möbelhaus Schmid’s Domino leitet.

Viele Mitarbeiter hätten ihn noch als Kind gekannt, in der Werkstatt seines Großvaters Paul Schmid ist er aufgewachsen. Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel, dem Besuch der Möbelfachschule in Köln und verschiedenen Stationen über Köln und Berlin ging Stefan Schmid erst einmal nach Neuseeland, später folgte Stuttgart und 2009 der Einstieg in den Familienbetrieb als Verkäufer. „Die Anfänge waren auch Lehrjahre für mich“, erzählt Stefan Schmid, „ich musste meine Vorstellungen ändern und mich mehr an der Praxis orientieren.“

Heute ist er auch für das Marketing des Unternehmens zuständig, denn die Herausforderung, sich von anderen Mitbewerbern abzusetzen, wachse ständig. Für Vater Martin Schmid war es dagegen noch eine andere Zeit, als er 1978 den Familienbetrieb übernahm. Ursprünglich 1903 vom Onkel Ernst Wintergerst als Bau- und Möbelschreinerei gegründet, hatte sein Vater Paul Schmid 1948 als Schreinermeister zusammen mit seiner Frau Else die Firma übernommen. Schon als kleiner Junge hatte Martin Schmid mit seinem Vater Möbel ausgeliefert, damals noch mit offenem Anhänger. Nach seiner Ausbildung zum Schreinermeister kaufte Martin Schmid den ersten Lkw und stellte die ersten zusätzlichen Mitarbeiter ein.

„Das war für mich eine neue Herausforderung“, so der 64-jährige Unternehmer. „Ich musste erst lernen, dass ein Chef auch viel am Schreibtisch sitzt.“ Nach und nach hat sich der Familienbetrieb vergrößert. 1983 wurde Schmid’s Domino eröffnet, 2005 zog das Möbelhaus an seinen heutigen Standort mit einer Verkaufsfläche von 3600 Quadratmetern. Bereits Ende der 1980er-Jahre hat man sich auf den Verkauf von Massivholz-Möbeln im Wohn- und Küchensegment spezialisiert.

Hohe Anforderungen

Als Sohn Stefan in das Familienunternehmen kam, war Martin Schmid klar, dass er auch einmal den Betrieb übernehmen sollte. „Reingezwängt“ habe er seinen Sohn nicht, denn „das geht nicht lange gut“, so Martin Schmid. Der Betrieb müsse bei der Übergabe gut aufgestellt sein.

Das sei heute noch wichtiger als vor zehn Jahren oder zu seiner Zeit der Übernahme, denn es gebe sehr viel mehr Anforderungen, von der Digitalisierung bis hin zu rechtlichen Vorschriften und Vorgaben, die zu beachten sind. „Mein Vater ist keine Innovationsbremse“, bescheinigt Stefan Schmid. Bei Abstimmungen über firmeninterne Entscheidungen sei man immer einer Meinung. Wenn in absehbarer Zeit die Übergabe in die alleinige Verantwortung des Sohnes erfolge, wisse er, dass er „Feuer übergeben habe, keine Asche“, so Martin Schmid.

Aber da der Mensch eine Aufgabe brauche, werde er teilweise weiter im Betrieb arbeiten, zum Beispiel bei der Planung und Durchführung von Events im Möbelhaus.

Der harmonische Übergang für den Generationenwechsel sei „zwingend notwendig“ gewesen, stellt auch Stefan Schmid fest. Heute sei das Geschäft sehr viel komplexer und ein gewisses Maß an Erfahrung umso notwendiger. Martin Schmid kann sich vorstellen, als Rentner mit seiner Frau längere und durchaus ungewöhnliche Urlaube zu machen, zum Beispiel weite Reisen mit dem Auto, wie bereits nach Shanghai oder Feuerland.

„Ich kann mich glücklich schätzen und bin dankbar, dass es für den Betrieb eine Nachfolge gibt“, so sein Fazit.

Zahlen und Fakten


Gründungsjahr: 1903
Firmensitz: Sachsenheim
Mitarbeiter: 22
Geschäftsführer: Martin Schmid, Stefan Schmid
Ausbildung: ja, Kaufmann/-frau Einzelhandel, Fachkraft für Lagerlogistik
Leistungsspektrum: Möbel, Küchen, Wohnaccessoires
www.schmids-domino.de