Spielbach Zweidinger feiert 50-Jähriges - Busbranche steht vor Herausforderungen

Spielbach / CORINNA SCHARNAGL 26.02.2015
Das Spielbacher Reiseverkehrs-Unternehmen hat im Laufe der Zeit so manch eine Wandlung durchgemacht und kann jetzt bereits auf ein halbes Jahrhundert Firmengeschichte zurückblicken.

Angefangen hat alles mit einem kleinen VW-Bus, mit dem Willi Zweidinger Schüler aus den umliegenden Dörfern und Städten in die Schule gefahren hat. Heute hat das Unternehmen eine stattliche Reisebusflotte. Erst im vergangenen Jahr holten sie einen neuen komfortablen Reisebus im Neu-Ulmer Setra-Werk ab.

Wie kann sich ein Familienunternehmen wie Reiseverkehr Zweidinger so lange Zeit am Markt behaupten? "Als ich das Unternehmen von meinem Vater übernommen habe, habe ich verstärkt auf den Reiseverkehr gesetzt", erklärt Wilhelm Zweidinger. "Die Schülerzahlen gehen zurück, die Zahl der Fahrgäste sinkt damit. Da ist es schwierig, sich auf Dauer nur mit dem Linienverkehr über Wasser zu halten", sagt der Firmeninhaber. Die Neuausrichtung des Unternehmens hat sich, wie das Jubiläum zeigt, gelohnt.

Für den Fall, dass es einmal nicht so gut laufen sollte, hat der Spielbacher Unternehmer eine einfache Strategie: "Wir sind ein Familienbetrieb - da wird dann der eigene Gürtel enger geschnallt, bis das Tief vorbei ist."

Zweidinger ist auf Erfolgskurs. Dennoch ist nicht alles eitel Sonnenschein. Die ganze Branche steht vor Problemen, für die es noch keine adäquaten Lösungen gibt. "Wir haben riesen Probleme mit den Sozialvorschriften", bestätigt Zweidinger. "Dabei geht es weniger um die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, sondern vielmehr um die Arbeitszeit", erklärt er. Diese ist nämlich exakt festgeschrieben und laut Zweidinger gerade in einem Reiseverkehrsunternehmen kaum einhaltbar. "Dazu muss man wissen, dass zur Arbeitszeit nicht nur die Zeit gehört, in der der Fahrer effektiv am Lenkrad sitzt. Auch die Ruhepausen zählen dazu", erklärt Zweidinger. " Wenn man dann noch zu entfernteren Zielen fährt, sind die ganzen Regelungen - und davon gibt es viele - schier unmöglich umsetzbar."

Ein noch viel größeres Problem sieht der Unternehmer im Nachwuchsmangel. "Keiner will mehr Busfahrer werden", bedauert er. "Aber ist das zu verdenken? Schließlich kostet so ein Führerschein an die 10 000 Euro." Selbst wenn Interesse an diesem Beruf besteht, schreckt diese hohe Summe doch viele ab, ist er überzeugt. Wie genau diese Probleme gelöst werden können, weiß auch der Branchenkenner nicht: "Aber eines weiß ich: Es muss was passieren."