Weckelweiler Zuwendung und Bewegung stehen ganz oben

Der Waldorfkindergarten Weckelweiler bietet jetzt auch Betreuung für die ganz Kleinen an. Foto: Hartmut Volk
Der Waldorfkindergarten Weckelweiler bietet jetzt auch Betreuung für die ganz Kleinen an. Foto: Hartmut Volk
HARTMUT VOLK 04.02.2013
Auch die Waldorfpädagogik trägt der Nachfrage nach Krippenplätzen Rechnung: Seit Oktober bietet der Waldorfkindergarten Weckelweiler zweimal in der Woche eine Kleinkindergruppe an.

Dezente, warme Pastelltöne prägen das Zimmer, in dem Waldorferzieherin Gisela Uhrebein den Vormittag mit ihren zweijährigen Schützlingen verbringt. Der mit Filzsternen behängte Haselzweig über der Sitzecke ist der einzige Raumschmuck. "Weniger ist mehr", sagt die Leiterin der Kleinkindgruppe. "Die Kinder sind heute so vielen Reizen ausgesetzt, die sie aus der Ruhe bringen." Es ist ein Prinzip der Waldorfpädagogik, Kinder behutsam an die äußere Welt heranzuführen und ihnen Raum für die Entfaltung ihrer Phantasie zu lassen, die vor allem durch ungegenständliches Spielzeug aus Naturmaterialien angeregt werden soll.

Seit fünf Jahren gibt es im Waldorfkindergarten einmal in der Woche am Nachmittag eine Eltern-Kind-Gruppe. Die wachsende Nachfrage nach mehr Kleinkinderbetreuung habe zur Gründung der betreuten Spielgruppe geführt, berichtet die dreifache Mutter, die eine Zusatzausbildung zur Kleinkindpädagogin macht. Drei Kinder betreut sie derzeit, bis zu fünf können unter den jetzigen Gegebenheiten aufgenommen werden. Für eine größere Gruppe wären Umbaumaßnahmen notwendig.

"Die Arbeit mit den ganz Kleinen ist noch mal ganz anders", weiß Gisela Uhrebein. Wesentliche Elemente sind für sie Zuwendung und Bewegung. Geborgenheit und der Aufbau von stabilen Beziehungen bilden die Grundlage für die Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit. Großer Wert wird auch auf feste Rhythmen und Rituale gelegt, die den dreistündigen Gruppenablauf strukturieren, wie der Tischspruch vor dem gemeinsamen Frühstück oder das Abschiedslied am Ende. Im Garten treffen sich die Kleinen mit den Großen aus dem Kindergarten zum Spielen und Toben. Diese Begegnungen erleichtern auch den Übergang in den Kindergarten, so Gisela Uhrebein und ihre Kolleginnen Jutta Baier und Ellen Beck.

Info Weitere Infos unter Telefon 0 79 54 / 6 22.