Zur Person: Simon Berlinger

SWP 08.03.2014

Simon Berlinger wurde am 12. Juni 1914 in Berlichingen geboren. Aus seiner alteingesessenen Familie gingen zahlreiche und zum Teil berühmte Rabbiner hervor, berichtet der frühere Kreisarchivar Hans Peter Müller. 1934 trat Berlinger seine Stelle als Religionslehrer, Kantor und Jugendleiter in Schwäbisch Hall an. Nachdem jüdische Kinder ab 1936 keine öffentlichen Schulen mehr besuchen durften, eröffnete er die jüdische Bezirksschule in Braunsbach für jüdische Kinder aus Braunsbach, Künzelsau, Dünsbach und Schwäbisch Hall.

Nach der Reichspogromnacht wurde er für kurze Zeit im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert; knapp vor Kriegsbeginn 1939 gelang ihm illegal die Einwanderung nach Palästina. Nach einem Kibbuzaufenthalt schloss er sich der jüdischen Brigade an. 1946 heiratete er. Nahe bei seinen Töchtern, Enkeln und Urenkeln - seine Frau verstarb früh - verbrachte er seinen Lebensabend in einem Altersheim in Haifa. Simon Berlinger starb im Oktober 2010 in Israel.

Ehre für den Versöhner