Menschen Zum Jahresende etwas Besonderes

Beim Jahreszeitengespräch am Quellhof mit Moderator Markus Stettner-Ruff (Mitte) plauderten Roland Bauer und seine Frau Andrea Deininger-Bauer aus ihrem gemeinsamen Leben.
Beim Jahreszeitengespräch am Quellhof mit Moderator Markus Stettner-Ruff (Mitte) plauderten Roland Bauer und seine Frau Andrea Deininger-Bauer aus ihrem gemeinsamen Leben. © Foto: Hartmut Volk
Kirchberg / Hartmut Volk 04.01.2018
Beim kulinarisch-musikalischen Jahreszeitengespräch am Quellhof waren der bekannte Hpohnelohe-Fotograf Roland Bauer und seine Frau zu Gast.

Seit 40 Jahren gehen die beiden Künstler einen gemeinsamen Lebensweg. Grund genug für Moderator Markus Stettner-Ruff und Küchenmeister Thomas Tanzmann, die Macher der Quellhof-Reihe „Kunstwerk Mensch“ diesmal ein Paar zum Biografiegespräch zu laden. „Wie erträgt man einander so lange?“ war die Einstiegsfrage, die die beiden Wahlhohenloher Roland und Andrea Bauer pantomimisch beantworten sollten.

Schlagfertigkeit ist gefragt bei Markus Stettner-Ruff, der seine Gäste gerne mit ungewöhnlichen Mitteln aus der Reserve lockt, um ihren roten Lebensfaden abzuwickeln, der immer symbolisch als rotes Wollknäuel auf dem Tisch liegt. Dass die beiden sich auch wortlos von Grund auf verstehen, war ihnen anzumerken. Seit 1978 gehen sie ihren Weg gemeinsam. Damals führte ein Zeitungsartikel über das Sterben der Hohenloher Weiler das Stuttgarter Studentenpaar in das abgelegene Winterberg am Weilersbach hoch über dem Kochertal an einem steilen Hang unterhalb der Burg Tierberg.

Die Begegnung dort mit dem Geschwisterpaar Gottfried und Kathe Wendel war ein Schlüssel­erlebnis für den jungen Fotografiestudenten Roland Bauer. Das einfache, aber zufriedene Leben der beiden Alten im Rhythmus der Natur porträtierte Bauer in großformatigen Schwarz-Weiß-Bildern. Daraus entstand 1983 sein erster Bildband, der auf Anhieb mit dem renommierten Kodak-Fotobuchpreis ausgezeichnet wurde und den jungen Fotografen über die Grenzen Hohenlohes hinaus bekannt machte. Der Klassiker wurde inzwischen mehrfach neu aufgelegt.

In Winterberg konnten Roland und Andrea Bauer ihren Traum vom einfachen Leben auf dem Land mit weitgehender Selbstversorgung verwirklichen. Sie erwarben ein baufälliges altes Häuschen mit großem Garten, buken Brot und hielten Schafe. Inzwischen ist aus dem ursprünglich heruntergekommenen Anwesen ein kleines Paradies geworden. „Sie müssen da mal hingehen“, sagte Stettner-Ruff anerkennend ins Publikum, nachdem er die Eltern zweier mittlerweile erwachsenen Töchter zum Vorgespräch in ihrem heimeligen Haus mit wunderschönem Garten besucht hatte.

Von der Freude am Garten

Der gemeinsame Gestaltungsprozess im Garten und die gemeinsame Freude an der Schönheit hat die beiden zusammengeschweißt – „wir können uns an den gleichen schönen Dingen erfreuen“, sagt Roland Bauer über das Zusammensein mit seiner Frau, mit der er auch schon manche gemeinsame Ausstellung gestaltet hat.

Nach einem hochkarätigen musikalischen Intermezzo durch die beiden Preisträger von „Jugend musiziert“, Linus und Elias Burkhardt aus Blaufelden, und einem leichten und beschwingten italienischen Menü von Küchenchef Thomas Tanzmann kam der zum Kernformat der kulinarisch-musikalischen Gesprächsreihe gehörige Auftritt eines Überraschungsgastes, der mit dem jeweiligen Gast auf eine Weise eng verbunden ist.

Eine gemeinsame langjährige Freundin der Bauers ist Wichtrud Haag aus Künzelsau, die in herzlichen und poetischen Worten eine Laudatio auf „Rolandrea“ gab – „zwei Namen die man ineinanderschieben kann“. Der Austausch über Kunst und Literatur und gemeinsame schöne Stunden im Garten der Bauers in Winterbach prägen ihre Freundschaft zu dem Künstlerpaar, das ihr als Schwäbin das Hohenloher Land als Heimat erschlossen habe.

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