Zu viel Ei für eine Person

SWP 19.04.2014
Schnappen sie mit dem Schnabel zu? Oder treten sie mich? Diese Gedanken hatte Redakteur David Oliver Betz, als er auf der Jagsttalranch bei Gerabronn einer Straußenherde ein Ei stehlen wollte.

Martin und Heidrun Bauer züchten seit 20 Jahren Strauße auf ihrer Jagsttalranch in Großforst bei Gerabronn. Sie wollen mich auf die Wiese mit den Straußen lassen, damit ich mir mein Ei stibitzen kann. Während Herr Bauer mir sachlich erklärt, wie er zu der Straußenzucht kam, macht mir Frau Bauer Sorgen.

Die Familie kam 1994 per Zufall zu den Straußen, durch eine Anzeige in einer landwirtschaftlichen Wochenzeitung. Nun vermarkten Bauers die Eier und ziehen immer mal wieder Küken nach. Ihre Herde besteht derzeit aus zwölf Tieren.

Zuerst darf ich zum Aufwärmen Äpfel an die Strauße verfüttern. Es kostet mich ganz schön Überwindung, denn die Vögel schnappen gezielt und schnell nach den Äpfeln. Aber schnell merke ich, dass sie im Schnabel wenig Kraft haben, damit können die mich höchstens etwas Zwicken. "Die Füße sind ja auch das Gefährliche", meint Frau Bauer.

Herr Bauer führt mich direkt zum Gelege, wo sieben Eier liegen. Ich schleiche mich an. Ohne Zaun dazwischen wirken die Strauße plötzlich noch größer. Ich richte mich auf und die Strauße rennen vor mir weg. "Das ist aber komisch, normalerweise sind die ganz neugierig", kommentieren Bauers das Geschehen. Dafür kann ich die Eier relativ sicher aus dem Nest mopsen.

Zwei Tage später stehe ich samt Straußenei bei Uwe Rößler im Big Russel in Schwäbisch Hall. Dort gibt es einen Grill mit Stahlplatte, auf dem man das große Ei backen kann. Es entspricht geschätzt etwa 30 bis 35 Hühnereiern. Bei kleiner Flamme backt es nun fast 30 Minuten. Dann fange ich an. Es schmeckt genauso wie Hühnerei. Doch nach nicht einmal der Hälfte muss ich passen. So viel Ei kann kein Mensch auf einmal essen.

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