Stimpfach Zu Penny laufen war gestern

Maria Schips und Gerhard Trumpp sitzen auf dem Mitfahrbänkle an der Bushaltestelle gegenüber der alten Post in Stimpfach. Mit dem drehbaren Schild kann man zeigen, wohin man möchte.
Maria Schips und Gerhard Trumpp sitzen auf dem Mitfahrbänkle an der Bushaltestelle gegenüber der alten Post in Stimpfach. Mit dem drehbaren Schild kann man zeigen, wohin man möchte. © Foto: Luca Schmidt
Stimpfach / Luca Schmidt 07.08.2018
Die Nachbarschaftshilfe Stimpfach bietet einen Fahrdienst zum Penny-Markt in Randenweiler an. Zusätzlich soll ein Mitfahrbänkle für mehr Mobilität ohne eigenen fahrbaren Untersatz sorgen.

Einkaufen gehen kann im Alter auf dem Land schnell zu einer Mammutaufgabe werden – nämlich dann, wenn man nicht mehr Auto fahren kann und die Wege zum nächsten Supermarkt weit sind. In der Gemeinde Stimpfach sorgt die Nachbarschaftshilfe für ­Ab­hilfe: Sie bietet jeden Donnerstag einen Fahrdienst zum Penny-­Markt und wieder zurück an. ­Außerdem können die Stimpfacher an Mitfahrbänken Autofahrern signalisieren, dass sie nach Crailsheim, Ellwangen, Weipertshofen oder zum Discounter wollen.

Beschwerlicher Weg

Wichtig ist der Fahrdienst vor allem, weil der Penny-Markt nicht direkt in Stimpfach, sondern am Ortsrand von Randenweiler liegt. „Die Anbindung ist nicht ideal“, sagt Maria Schips, die Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe. Der Weg direkt an der Bundesstraße entlang könne älteren Menschen nicht zugemutet werden. Und selbst wenn der Fußgängerweg an den Bahngleisen entlang gebaut worden wäre, der einmal im Gespräch war: „Es ist ein langer und beschwerlicher Weg, auf dem die Menschen dann noch ihre Einkäufe schleppen müssen“, so Schips.

Allerdings wird das Angebot bislang kaum angenommen. „Wir sind hier auf dem Land, da hat man Nachbarn oder Verwandte, die man fragen kann, ob sie einem helfen“, erklärt Trumpp, zweiter Vorsitzender der Nachbarschaftshilfe. Das Angebot mit dem Fahrdienst werde zwar im Mitteilungsblatt veröffentlicht, aber die Erfahrung anderer Vereine zeige, dass Projekte wie dieses eher schleppend anlaufen. „Wir denken, dass es im Winter mehr angenommen wird, wenn es kälter ist und früher dunkel wird“, sagt Schips.

Die Idee für den Fahrdienst und das Mitfahrbänkle hat die Nachbarschaftshilfe von anderen Gemeinden übernommen. „Es gibt von den Vereinen der Nachbarschaftshilfe regelmäßig einen runden Tisch. Dort wird besprochen, was man voneinander lernen kann“, sagt Trumpp. Das Bänkle gibt es zum Beispiel schon in Gründelhardt und Honhardt.

Vorher anrufen

Wer das Angebot des Fahrdienstes nutzen möchte, muss sich vorher unter Telefon 0152 /23741153 bei der Nachbarschaftshilfe anmelden. Abfahrt ist jeden Donnerstag um 10 Uhr an der ehemaligen Post, der Fahrpreis beträgt einen Euro. Wer nicht in der Lage ist, zur Bushaltestelle zu kommen, kann auch zu Hause abgeholt werden.

Das Mitfahrbänkle kann immer genutzt werden – wer sich auf die Bank setzt, signalisiert Autofahrern, dass er mitgenommen werden möchte. Eine Mitfahrbank steht in Stimpfach an der Bushaltestelle gegenüber der alten Post, eine weitere am Penny-Markt in Randenweiler.

Unbürokratisch und einfach in der Gemeinde helfen

Die Nachbarschaftshilfe Stimpfach will nach eigenen Angaben Helfende und Hilfesuchende in Bereichen zusammenbringen, die nicht gewerblich abgedeckt sind. Zum Angebot gehören zum Beispiel die Begleitung zum Arzt oder zu Behörden und die Mithilfe bei Gartenarbeiten und kleinen handwerklichen Arbeiten.

Entstanden ist der Verein aus dem ehemaligen Krankenpflegeverein der Gemeinde Stimpfach. Die Nachbarschaftshilfe hat aktuell rund 250 Mitglieder.

Wer in Stimpfach Hilfe sucht oder anbieten möchte, erreicht die Nachbarschaftshilfe unter Telefon 0152 /23741153 oder per E-Mail an info@nachbarschaftshilfe-stimpfach.de. Weitere Informationen gibt es online auf der Homepage des Vereins unter www.nachbarschaftshilfe-stimpfach.de. luc

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