Zehn Minuten täglich

SWP 11.04.2012

Das Gehirn beziehungsweise das Gedächtnis kann man schulen. Das hilft Ihnen jetzt und im Alter. Hier haben wir Ihnen einige Übungen zusammengestellt, die Sie regelmäßig (!) machen sollten - viele davon können Sie auch ganz einfach in Ihren Alltag einbauen. Die Liste ist als Anregung gedacht und lässt sich beliebig erweitern. Denken Sie daran: Ihr Gehirn ist wie ein Muskel. Wenn Sie ihn nicht trainieren, wird er schlaff. Aber andersrum klappt es eben auch: Training stärkt Ihr Hirn in jedem Lebensalter. Das hilft auch: Ernähren Sie sich gesund, trinken Sie viel, bleiben Sie fit und aktiv, dann bleibt Ihr Hirn es auch. Viel Erfolg!

Gehirnjogging:

Tätigkeiten ausführen, die möglichst viele Sinne beanspruchen: tanzen, Musik machen, singen, Sport in der Gruppe, handarbeiten, Fingerübungen, Schreibmaschine (Computer) schreiben.

Dem Gehirn Neues anbieten: Zähneputzen mit der anderen Hand, rückwärts laufen, mit Stäbchen essen, die Treppe mit dem "anderen" Fuß beginnen, bekannte Pfade verlassen.

Übungen erfinden: 15 Wörter mit der Endung -rt finden, Wörter rückwärts sagen, Wortketten bilden: Sonnenschein - scheinbar - Barmann - mannhaft - Haftanstalt. . .

Aktiv bleiben: neue Sprache lernen, neues Hobby beginnen, ausgehen, frische Luft, Literaturkreis oder ähnliches besuchen.

Gedächtnis trainieren:

Merken Sie sich drei Autonummern vorbeifahrender Autos. Erinnern Sie sich in fünf - zehn - fünfzehn Minuten. Steigern Sie langsam Anzahl und Zeit.

Betrachten Sie Passanten. Notieren Sie später Kleidung, Schuhe et cetera.

Beschreiben Sie eine Tätigkeit (z. B. das Backen eines Kuchens) möglichst detailgetreu - rückwärts.

Visualisieren Sie zehn möglichst nicht zusammenhängende Begriffspaare (Ferrari - Joghurt, Lampe - Herd). Wie viele wissen Sie noch nach fünf Minuten? Am nächsten Tag?

Sie waren gestern Abend aus? Rufen Sie sich so viele Details wie möglich in Erinnerung.

Gedächtnistechniken nutzen:

Loci-Methode: Verknüpfen Sie Ihre Einkaufsliste (oder andere Begriffe) mit immer gleichen Gegenständen in Ihrem Zimmer. Wenn Sie innerlich den Blick durch Ihr Zimmer schweifen lassen, fallen Ihnen (nach etwas Training) die Gegenstände wieder ein.

Körpermethode: wie die Loci-Methode, nur am Körper - Milch auf dem Fuß, Bananen um die Hüfte Im Laden Körper innerlich abscannen.

Zahl-Symbol-Technik: Jeder Zahl ist ein passendes Bild zugeordnet. 1 = Kerze, 2 = Schwanenhals, 3 = Dreizack, 4 = vierblättriges Kleeblatt. . . Auswendig lernen. Zahlenketten verwandeln sich zukünftig in leicht merkbare Bilderketten. Ihre Geheimnummer 4421 verwandelt sich zum Beispiel in zwei Kleeblätter, die mit dem Schwan schwimmen, der eine Kerze im Schnabel hält. So einfach ist das.

Es gibt weitere Gedächtnistechniken, der Fachausdruck heißt Mnemotechnik nach der griechischen Göttin des Erinnerns Mnemosyne. Im Internet finden Sie Beispiele.

Konzentrationsübungen:

Rechnen Sie beim Einkaufen mit. Stimmt die Summe an der Kasse?

Zählen Sie Ihre Schritte. Wann werden Sie abgelenkt? Das lässt sich steigern!

Streichen Sie fünf Minuten lang die "ei" und "aa" einer Zeitungsseite durch. Stoppen Sie die Zeit. Kommen Sie morgen weiter?

Drehen sie diese Zeitungsseite auf den Kopf und lesen Sie dann. Mit etwas Übung klappt das immer besser.

Wortspiele:

Vokale tauschen: "Dri Chinisin mit dim Kintribiss".

"Schengen": Hängen Sie an jeden Buchstaben eines Wortes die Silbe "scheng" an. Zum Beispiel: Hscheng ischeng rscheng nscheng = Hirn. Mit etwas Übung können Sie so ganze Sätze sprechen.

Geheimsprache: Ersetzen Sie Buchstaben durch Zahlen (a=1, b=2.). Was bedeutet dann zum Beispiel 89 18 14?

Entschleunigen Sie Ihr Leben. Nutzen Sie Techniken des Zeit-Managements:

Einen Abend pro Woche gezielt entspannen - dabei Handy und Computer ausschalten.

Multitasking funktioniert nicht - ganz im Gegenteil: alles dauert länger, die Fehlerquote steigt. Das haben wissenschaftliche Studien erwiesen.

Aufschieberitis meiden: Was nur drei Minuten oder kürzer dauert, sofort erledigen.

Listen anfertigen und abhaken. Bringt immer ein gutes Gefühl.

Was du tust, das tue ganz: nicht beim Essen fernsehen, nicht beim Autofahren telefonieren, nicht beim Musikhören lesen.

Weitere Informationen und Übungen gibt es bei der Gesellschaft für Gehirntraining (im Internet www.gfg-online.de) oder beim Bundesverband Gedächtnistraining (im Internet www.bvgt.de). uts