Stolz und Freude mischen sich bei den 15 Grundschulkindern, die sich an einem sonnigen Nachmittag am Ende der Mühlbergstraße treffen. In den Sommerferien haben sie in einem Angebot des Kinderkirchteams Kiki Holzfiguren bemalt, die so schön geworden sind, dass sie nun öffentlich ausgestellt werden sollen. Initiatorin Michaela Heidenreich hat einen Werkzeugkoffer mitgebracht: Draht, Zange, Hammer, Nägel und Holzpfähle sind darin. „Damit können wir die Figuren befestigen“, erklärt sie.

Der Ort, der mit den Zauberer-, Wichtel-, Feen- und Gespensterfiguren, den Hexenhäusern und verwunschenen Türmen geschmückt werden soll, ist ein wahrlich märchenhafter: ein Naturtunnel, der von Büschen und Bäumen so bewachsen ist, dass er unter seinem Blätterdach nur Raum für einen verwunschenen Fußweg frei lässt. Obwohl die Sonne kräftig scheint, dringt nur wenig Licht durch das Busch- und Blattwerk. „Es ist tatsächlich ein bisschen unheimlich da drin“, sagt Michaela Heidenreich am Eingang des Tunnels, der sich den Hang hinunterschlängelt bis zum Ufer der Jagst.

Märchenhafter Schmuck

Die Kinder zögern nicht. Sie nehmen ihre bemalten Holzfiguren in die Hand und laufen in den Naturtunnel hinein. Jeder sucht einen geeigneten Platz für seine Figur. Gespenster werden mit Angelschnur an bemoosten Ästen festgebunden, bunt bemalte Raupen schauen zwischen Zweigen hervor, an dicken Baumstämmen lehnen Häuser und Türme. Gleich am Eingang, für den ein Willkommensschild gestaltet wurde, schaukelt eine Elfe im Wind.

„Die Figuren passen sehr gut an diesen Ort“, stellen die Kinderkirch-Leiterinnen erfreut fest. „Ich bin sicher, dass sich alle Leute, die hier spazieren gehen, über den märchenhaften Schmuck freuen werden.“ Den Kindern, die an der Aktion beteiligt sind, ist die Freude anzusehen. Nachdem sie Schnüre verknotet, Drahtenden verbogen und Nägel eingeschlagen haben, bewundern sie zufrieden ihr Werk. „Sieht echt cool aus“, sagt Lucy (7) und blickt stolz auf die Raupenfigur, die sie befestigt hat. „Das haben wir gut gemacht.“