Ilshofen Geballte musikalische Kraft auf dem Löwenfelsen

Auch die Posaunenchöre waren bei dem Konzert in der malerischen Burgruine Leofels mit von der Partie.
Auch die Posaunenchöre waren bei dem Konzert in der malerischen Burgruine Leofels mit von der Partie. © Foto: sd
Ilshofen / Holger Ströbel 04.06.2018
Das gemeinsame Singen und Spielen der Ilshofener Chöre erfreut viele Besucher in der Burgruine.

Die sanierten Mauern der Ruine Leofels strahlten an diesem Abend besonders hell im warmen Abendlicht. Bis auf den letzten Platz besetzt war der große Zuschauerraum im Burghof, als sich dort zehn Chöre und Instrumentalensembles zum gemeinsamen Musizieren einfanden.

Erst im April hat es ein solches Konzert in der Stadthalle Ilshofen gegeben. Doch in der Gesamtgemeinde sind inzwischen so viele Chöre, Orchester, Bläserkreise und Vokalgruppen aktiv, dass ihr vollzähliges Auftreten den Rahmen eines Abendprogramms sprengen würde.

Wer in der Stadthalle nicht dabei war, trat nun in Leofels auf: Die Posaunenchöre aus Obersteinach und Ruppertshofen, das Aspacher Chorwerk, der Kirchenchor Ruppertshofen und der Gesangverein Eckartshausen waren mit von der Partie. Beide Male sangen der gemischte Chor und der Männerchor Obersteinach sowie der Liederkranz Ilshofen und der Liederkranz Ruppertshofen-Leofels, der später als Gastgeber auf der Burg die Bewirtung der Besucher übernahm.

Als der Harmonikaverein Ilshofen das Programm mit dem Stück „Raindrops keep fallin‘ on my head“ eröffnete, konnten die Zuschauer beruhigt in den blauen Himmel schauen: Kein Regentropfen würde den schönen Abend trüben.

Bürgermeister Martin Blessing zeigte sich „überwältigt von der tollen Kulisse“, begrüßte die vielen Musiker, Sänger und Gäste und überlegte, welche Art von Musik wohl zur Stauferzeit in dieser Burg erklungen sei. Minnesang, vermutete er, „auf jeden Fall macht die Musik seit Jahrtausenden unser Menschsein aus“.

Er selber wolle sich – wie beim letzten gemeinsamen Singen angekündigt – heute ebenfalls musikalisch einbringen. „Ich habe mich zwei Gruppierungen aufgedrängt“, gestand der Bürgermeister von Ilshofen.

Die Zuschauer fanden das Stadtoberhaupt dann beim Kirchenchor Ruppertshofen singend in der zweiten Reihe. Und den gemischten Chor des Gesangvereins Eckartshausen begleitete er bei der Musical-Melodie „Memory“ am Elektro-Klavier. Leider präsentierte sich die Verstärkertechnik nicht ganz so bravourös wie der Pianist, was aber der Freude der Zuhörer an ihrem musikalischen Stadtoberhaupt  keinen Abbruch tat. Nur jeweils einen Titel trugen die Musikvereine vor. Allein der Männerchor Ruppertshofen-Leofels entbot nach dem sanften, fast hingehauchten Arrangement von „Fields of Gold“ von Sting noch den „Gruß an die Heimat“, das spezielle Loblied auf die Burgruine Leofels und das Dörfchen Hessenau zu ihren Füßen.

Nach einer Stunde schickte sich der Posaunenchor Ruppertshofen an, das Musikprogramm in der malerischen Burgruine hoch über dem Jagsttal zum Abschluss zu bringen.

Nach dem Stück „Everybody needs somebody to love“ hätte das Publikum von den Bläsern gerne eine Zugabe gehört. Die war aber nicht vorgesehen. So blieb nur das gemeinsame Abschlusslied „Der Mond ist aufgegangen“, während die Sonne noch hell am Himmel stand. Umso mehr Zeit blieb für das gesellige Beisammensein in der Burgschenke.

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