Satteldorf Erst die Feier, dann der Wagen

Satteldorf / Ursula Richter 31.07.2018
Ein neuer Mannschaftstransportwagen ist beim Feuerwehrfest in Satteldorf übergeben worden.

Jahr für Jahr gibt es am Feuerwehrmagazin der Gemeinde Satteldorf ein Sommerfest. Das Gebäude der Feuerwehr ist großzügig und gut in Schuss. Doch obwohl auf dem Gelände draußen reichlich Garnituren aufgebaut waren, blieben viele am Sonntag lieber in der großen Halle, weil es dort ein bisschen kühler und zuverlässig schattig war.

Das Fest wurde gut angenommen. Die Besucher erlebten einen schönen Sommerabend am Samstag bei Livemusik mit Heinz Heitzmann. Am Sonntag lockten schmackhaftes Mittagessen und viele Kuchen. Nachmittags gab es auch für Kinder Gelegenheit zu Rundfahrten mit dem neuen Feuerwehrauto. Michael Metzner bot Erste-Hilfe-Vorführungen an. Er ist auch bei den Maltesern und zeigte verschiedene Möglichkeiten, Verbände anzulegen sowie die stabile Seitenlage.

Der Höhepunkt war zweifellos die Fahrzeugübergabe um 11 Uhr. Auch für Roland Wild ist ein neues Fahrzeug immer etwas Besonderes. Nach den Grüßen des stellvertretenden Gesamtkommandanten der Wehren von Satteldorf und Ellrichshausen freute sich Hans Danier über diesen ersten Baustein: „Wir haben vor drei Jahren begonnen, ein Fahrzeugkonzept für den Fuhrpark in den nächsten Jahren zu erstellen.“ Der Abteilungskommandant der Satteldorfer Feuerwehr stellte fest, dass ihr Mannschaftstransportwagen bald 20 Jahre alt werde: „Es ist eines der am meisten benutzten Fahrzeuge.“

Mit dem Mercedes-Benz-Sprinter wird das nicht anders sein. Er ist weiß lackiert. Die signalrote Farbe und die Beschriftungen sind in Streifen aufgeklebt, damit sie bei kleineren Beschädigungen leicht ausgetauscht werden können. Der Achtsitzer kann mit dem alten Führerschein der Klasse 3 gefahren werden. Die Firma Schäfer lieferte ihn in einer Ausbauvariante mit zwei Dreier-Sitzbänken und einem Tisch. Hier sind auch Funkgeräte und Telefone stationiert. Es ist ein integriertes Fahrzeug zur Einsatzleitung, eine Art ausgelagertes Büro, in dem sich auch Karten befinden und alles, was man braucht, um eine erste Auswertung von Schadensvorkommen vornehmen zu können.

Erster Förderantrag abgelehnt

Das Fahrzeug hat 160 PS. „Schließlich muss man auch ins Gronachtal oder ins Jagsttal, da ist entsprechende Motorisierung nötig“, merkte Bürgermeister Kurt Wackler an, der immer noch den Fahrzeugschlüssel in der Hand hielt. Der erste Förderantrag sei vor über zwei Jahren gestellt und abgelehnt worden. Mit dem zweiten war man erfolgreich. Der Landeszuschuss zu den fast genau 90.000 Euro Anschaffungskosten beträgt 12.500 Euro. „Bescheiden, eigentlich ein Negativgeschäft“, bemerkte der Bürgermeister lapidar. „Das liegt unter der Mehrwertsteuerquote, die wir an den Bund überweisen.“

Vor der offiziellen Schlüsselübergabe an Hans Danier bedankte sich der Bürgermeister beim Gemeinderat, der den Bedarf erkannt habe. Er wünschte „allzeit gute Verrichtung“ und hoffte, dass das Fahrzeug mehr zum Transport der Jugendfeuerwehr und der Löschtiger und zur Ausbildung benutzt werde als in Einsätzen.

„Bei Unfällen aller Art wird immer häufiger nach der öffentlichen Hand gerufen, auch nach der Feuerwehr“, war Kreisbrandmeister Werner Vogel aufgefallen. „Das Vertrauen der Bevölkerung in deren Arbeit ist groß. Sie gehört bei uns zur Lebensqualität.“

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