Die Würth-Gruppe verzeichnet 2020 gemäß vorläufigem Konzernabschluss einen Umsatz von 14,41 Milliarden Euro und liegt damit leicht über dem Vorjahr (14,27 Milliarden Euro, plus 0,9 Prozent, bereinigt um Kurseffekte plus 2,0 Prozent). Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. „Das Handwerk, das wir in unserem Kerngeschäft mit Befestigungs- und Montagematerial versorgen, hat Systemrelevanz – das wirkte sich positiv auf unser Geschäft aus. Wir bieten unseren Kunden über die Multikanalstrategie genau die Beschaffungsmöglichkeiten, die sie für eine Materialversorgung unter Pandemiebedingungen brauchen“, betont Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe.

Bau und Elektro wachsen, Automobilbranche und Maschinenbau rückläufig in Corona-Zeiten

Der Konzern habe seine Leistungsfähigkeit über die Multikanalstrategie, die Risikostreuung durch die internationale Aufstellung sowie die Aufteilung auf verschiedene Geschäftsfelder auf einem stabilen Niveau gehalten. Die Umsatzentwicklung 2020 spiegele die unterschiedlichen Auswirkungen der Pandemie auf einzelne Branchen und Märkte wider: Während die Abteilung Bau (plus 12,3 Prozent) oder auch der Elektrogroßhandel Deutschland (plus 10,8 Prozent) mit einem Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich sehr gut liefen, waren die Umsätze demnach aus den Bereichen, die den Automobil- und Maschinenbau direkt beliefern, rückläufig.

Innovationszentrum in Künzelsau soll eröffnet werden

Das Innovationszentrum am Standort in Künzelsau soll 2022 eröffnet werden. Rund 70 Millionen Euro werden investiert. Auf 15.000 Quadratmetern entstehen laut Mitteilung Labore und Werkstätten.
Der E-Business-Umsatz sei überproportional um 5,8 Prozent gewachsen und liege 2020 bei 2,8 Milliarden Euro. Der Anteil am Konzernumsatz habe sich damit um einen Prozentpunkt auf 19,3 Prozent erhöht. Durch Kontaktbeschränkungen und Lockdowns habe sich das Geschäft verstärkt auf digitale Vertriebskanäle verlagert. Ob Onlineshop, Würth-App oder E-Procurement-Lösungen: Würth verfolge die Digitalisierungsstrategie weiter. Wegen der finanziellen Stabilität könne das Unternehmen zuverlässiger Partner und Lieferant seiner Kunden sein. Der Bereich E-Business als Teil der „Multikanalstrategie“ habe nochmals stark an Bedeutung gewonnen.
Die Würth-Gruppe konnte in Deutschland ein Wachstum von 2,8 Prozent erzielen, wobei die Adolf Würth GmbH & Co. KG, Mutterunternehmen des Konzerns, mit 7,4 Prozent gewachsen ist. Außerhalb Deutschlands musste der Konzern einen Umsatzrückgang von 0,4 Prozent hinnehmen.

Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis des Konzerns liegt nach vorläufigen Berechnungen mit 770 Millionen Euro auf Vorjahresniveau (2019: 770 Millionen Euro).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei 2020 von 78.686 um 453 auf einen neuen Höchststand von 79.139 gestiegen. In Deutschland beläuft sich die Mitarbeiteranzahl auf 24.514, was einer Steigerung um 0,7 Prozent entspricht. Im Außendienst beschäftigt der Konzern 33.176 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ausblick mit Impfungen und neuem US-Präsidenten

Die Konjunkturprognosen seien zurückhaltend optimistisch, die deutsche Wirtschaft stelle sich auch dem zweiten Lockdown solide entgegen, dennoch lasse die Lage keine eindeutige Prognose zu. Hoffnung setzt Friedmann auf die globalen Veränderungen insgesamt. „Weltweit haben die Impfungen begonnen. Am 20. Januar tritt der neue Präsident in den Vereinigten Staaten sein Amt an. Das lässt darauf hoffen, dass wichtige Handelsbeziehungen wiederbelebt und entscheidende Bündnisse wieder aufgenommen werden und Verunsicherung und Unruhe verdrängen. Damit sollte die Weltwirtschaft wieder an Fahrt gewinnen – was sich in den positiven Konjunkturaussichten der führenden Wirtschaftsinstitute bereits andeutet.“