Worte, Lieder und viele Erinnerungen

Hans-Peter Kuhnhäuser ist passionierter Angler und Mitarbeiter der Tauber-Zeitung.
Hans-Peter Kuhnhäuser ist passionierter Angler und Mitarbeiter der Tauber-Zeitung.
SWP 06.10.2014

Der Begriff "Heimat" ist vielfältig. Sehr verschieden sind die Empfindungen, die Menschen mit diesem Wort verbinden. Kein Wunder, denn viel zu oft geschunden, ja furchtbar missbraucht wurde dieser Begriff in der Vergangenheit. Heimatliebe wurde vielfach besungen und in Worte gefasst, und nicht immer geschah dies im besten Sinne. Den wahren und zweifellos positiven Inhalt des Wortes Heimat mussten die Deutschen nach 1945, zum Teil unter großen Schmerzen, erst wieder neu entdecken.

Dabei ist Heimat mehr als nur ein Wort, denn mit diesem Begriff werden Gefühle ebenso angesprochen wie der Verstand. Was ist es also, was wir heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, mit dem Wort Heimat verbinden? Ist es das Elternhaus, die Arbeit, die Familie und die Freunde? Ohne Zweifel: Ja, auch. Der erste Schultag, Jugendstreiche, der erste Kuss - daran erinnern wir uns gerne. Und diese Erinnerungen sind eingebettet in das Dorf oder die Stadt, die verwinkelte Gasse, die Verwandten und Mitschüler sowie andere Menschen, die irgendwie in unser Leben eingriffen. Ganz zweifellos, das alles ist Heimat. Ebenso klar ist: Heimat ist da, wo man lebt und sich wohlfühlt. Und doch ist da mehr. Das können alle bestätigen, die nicht schon immer bei uns lebten oder von hier hinauszogen in die weite Welt. Das sich erinnern können an besondere Erlebnisse, an Schreckliches und Schönes, an den Blick ins Tal oder von der Höhe hinaus ins Land, an wogende Getreidefelder, an Berge, Wälder und murmelnde Bäche, aber auch die Schrecken, die Menschen Menschen antun - das alles prägt uns und unser Empfinden zu dem, was ganz allgemein als Heimat bezeichnet wird.