Bevölkerungsentwicklung Wolpertshausen ist am stärksten gewachsen

Wie sieht die Bevölkerung des Landkreises Schwäbisch Hall aus? Wie hat sie sich seit 2001 verändert und wie sieht ihre Zukunft aus? Mit diesen Fragen haben wir uns beschäftigt.
Wie sieht die Bevölkerung des Landkreises Schwäbisch Hall aus? Wie hat sie sich seit 2001 verändert und wie sieht ihre Zukunft aus? Mit diesen Fragen haben wir uns beschäftigt. © Foto: dpa (Symbolbild)
Kreis Hall / Nico Pannewitz 01.08.2018
Welche Gemeinde im Kreis Hall hat seit 2001 am meisten Bürger dazu gewonnen, welche am meisten verloren? Die Bevölkerungsanalyse gibt Aufschluss.

Wie haben sich die Bevölkerungszahlen der 30 Gemeinden im Landkreis Schwäbisch Hall seit 2001 verändert? Wer hat dazu gewonnen, wer verloren - und wie viel? Nicht zu vergessen auch das Durchschnittsalter: Wie haben sich in den Gemeinden die unterschiedlichen Altersgruppen entwickelt? Diesen und anderen Fragen sind wir auf den Grund gegangen - und haben uns dafür tief in den zugehörigen Tabellen des statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vergraben.

Wenn auch mit gewissen Einschränkungen: So wurden die absoluten Bevölkerungszahlen der einzelnen Gemeinden bislang nur bis zum dritten Quartal 2017 sichtbar verzeichnet, manche Daten (beispielsweise Geschlechterverteilung) gibt es bislang nur bis Ende 2016. Die tagesaktuellen Zahlen werden also leicht davon abweichen. Nichtsdestotrotz haben wir bis dahin bereits von regionalen Daten bis hin zu den einzelnen Gemeinden viele interessante Erkenntnisse gewonnen - die wir hier nun teilen. Und mit der regionalen Bevölkerungsvorausrechnung des statistischen Landesamts für den Kreis und die Gemeinden bis hin zum Jahr 2035 geht es sogar noch darüber hinaus.

Auf dieser interaktiven Karte können alle Gemeinden des Kreises Schwäbisch Hall einzeln angeklickt werden, mitsamt individuellen Infografiken:

Die Gemeinden

Elf der 30 Gemeinden im Landkreis Hall haben von 2001 bis 2017 einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen, 19 Gemeinden haben zugelegt. Gemessen an ihrer Ausgangslage bewegt sich der Zuwachs oder Verlust allerdings zumeist in einem sehr niedrigen Bereich - und kommt einer Stagnation gleich. Dennoch gibt es ein paar Ausreißer nach oben und nach unten. Als deutlicher Gewinner im Kreis tut sich Wolpertshausen hervor. Die kleine Gemeinde ist in rund 17 Jahren um rund 18,63 Prozent gewachsen. Auf Platz zwei und drei folgen die Stadt Schwäbisch Hall (rund 11,16 Prozent Zuwachs) und Satteldorf (rund 9,13 Prozent Zuwachs).

Unter den Verlierern der vergangenen 17 Jahre steht Schrozberg ganz „vorne“: Rund 7,62 Prozent Bevölkerungsverlust hat die Gemeinde zu verzeichnen. Dahinter folgen Gerabronn ( rund 5,16 Prozent Verlust) und Oberrot (rund 3,71 Prozent Verlust).

Wenn es um das Durchschnittsalter der Gemeinden im Kreis Hall geht, feiert Wolpertshausen gleich noch mal: Unter den Kreisgemeinden ist die Wolpertshausener Bevölkerung mit durchschnittlich 39,3 Jahren am „jüngsten“. Verlierer in dieser Statistik ist Langenburg mit einem Durchschnittsalter von 45,4 Jahren.

Am meisten gealtert ist im Beobachtungszeitraum allerdings Bühlertann - der Altersdurchschnitt stieg um 6,5 Jahre. Am wenigsten gealtert ist Kirchberg (um 2 Jahre).

Das statistische Landesamt hält aber nicht nur die bisherige Bevölkerungsentwicklung fest, sondern erstellt in gewissen zeitlichen Abständen auch Prognosen für die Zukunft. Die aktuelle regionale Bevölkerungsvorausrechnung bis zum Jahr 2035 (Beschreibung der Methodik) stützt sich als Basis auf den Bevölkerungsstand zum Ende des Jahres 2014. Die Prognosen für das Bundesland, die Landkreise und die einzelnen Gemeinden sind daher nicht zuletzt dank der bedeutenden Migrationsbewegungen der jüngeren Vergangenheit mit leichter Vorsicht zu genießen.

Laut der Vorausrechnung wird Vellberg bis 2035 am meisten zulegen (um rund 7,84 Prozent), gefolgt von Kreßberg (rund 6,7 Prozent) und Fichtenau (rund 6,53 Prozent). Als deutlichen Verlierer sieht das statistische Landesamt Untermünkheim, das laut Vorausrechnung bis 2035 rund 12,65 Prozent Bevölkerungsverlust erleben wird. Auch Schrozberg, das von 2001 bis 2017 prozentual bereits am meisten Bürger im Kreis verloren hat, soll demnach bis 2035 noch mal deutlich Federn lassen (rund 10,98 Prozent), Langenburg ebenso (rund 8,26 Prozent).

Der Landkreis

Die Bevölkerung des Kreises Hall ist von 186.967 Einwohnern im Jahr 2001 auf 194.302 Einwohner im dritten Quartal 2017 gestiegen. Das ist ein Plus von 7335 Bürgern und ein Anstieg von rund 3,92 Prozent. Die Zusammensetzung dieser Entwicklung zeichnet ein für Deutschland heutzutage wenig überraschendes Bild: Während Deutsche 2016 mit 89 Prozent nach wie vor die große Mehrheit der Bevölkerung stellen, ist der Anteil der Deutschen von 174.386 um rund 0,25 Prozent auf 173.946 gesunken. Der Anteil der Ausländer ist nach wie vor eine kleine Minderheit, hat hingegen aber von 12.581 um rund 51,12 Prozent auf 19.012 zugelegt. Erwähnenswert dabei ist auch der steigende Migrationsanteil bei den Deutschen - ein deutschlandweiter Trend. So gewannen diese von 2001 bis 2016 in jedem Jahr in der Statistik Bürger durch die Änderung der Staatsangehörigkeit hinzu. In fast jedem Jahr stehen diesen Zugewinnen Verluste bei Ausländern in genau derselben Höhe gegenüber - mehr und mehr Ausländer werden Deutsche, aber kaum umgekehrt.

Dieser und andere Trends wirken sich auf die Geschlechterverteilung im Landkreis Schwäbisch Hall aus. So war bei den Deutschen zu Beginn der 2000er-Jahre das weibliche gegenüber dem männlichen Geschlecht noch deutlich in der Mehrheit - auf 85.575 Herren kamen 88.811 Damen. Bis 2016 haben sich die Geschlechter in ihrer Zahlenstärke aber einander deutlich angenähert - auf 86.265 Männer kommen nunmehr lediglich 87.681 Frauen. Umgekehrtes Bild bei Ausländern im Kreis: Hier waren schon 2001 Männer knapp im Vorteil - 6446 Männer standen 6135 Frauen gegenüber (rund 5,1 Prozent Unterschied). Dieser Trend hat sich bis 2016 deutlich verstärkt: auf 10.547 Herren kommen nur noch 8465 Damen (rund 24,6 Prozent Unterschied). Diese Einflüsse zeigen sich auch in der Geschlechterverteilung der Gesamtbevölkerung im Kreis. Gab es im Jahr 2001 noch über 2900 mehr Frauen als Männer, hat seit 2015 erstmals das männliche Geschlecht das Ruder übernommen. 2016 gab es fast 700 mehr Herren als Damen - der Landkreis wird männlicher.

Was das Alter der Gesamtbevölkerung angeht, folgt der Kreis Schwäbisch Hall logischerweise dem Beispiel seiner Gemeinden und dem allgemeinen deutschen Trend: Von 39,3 Jahren im Jahr 2001 ist der Altersdurchschnitt bis zum Jahr 2016 auf 43 Jahre gestiegen. Im Vergleich mit seinen Nachbarkreisen gehört der Kreis Schwäbisch Hall damit noch zu den „Jüngsten“. Am ältesten ist der Main-Tauber-Kreis mit einem Durchschnittsalter von 44,9 Jahren.

Und laut der regionalen Bevölkerungsvorausrechnung wird die Bevölkerung des Kreises Schwäbisch Hall auch künftig wachsen: Im Jahr 2035 soll die Bevölkerungszahl gerundet 197.500 betragen - was einem Zugewinn von 3198 Bürgern und einem Plus von rund 1,65 Prozent entsprechen würde.

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