Flüchtlinge Wohnraum dringend gesucht

Mit dem neuen Anbau kommt der Haupteingang nach vorne zur Straße, bisher liegt er auf der Rückseite des Hauses.
Mit dem neuen Anbau kommt der Haupteingang nach vorne zur Straße, bisher liegt er auf der Rückseite des Hauses. © Foto: Foto: Johannes Ihle
Kreßberg / Jens Sitarek 15.02.2018

Im Gebäude Untere Hirtenstraße 51 in Waldtann, das als Haus Knauer vielleicht sogar noch bekannter ist, wohnen derzeit zwölf Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Georgien, Togo und Iran, darunter zwei Familien. Aber es sind nicht die einzigen, die der Gemeinde zugewiesen werden, denn sie ist für die Anschlussunterbringung zuständig. Weitere 23 Personen könnten kommen, so sieht es jedenfalls die sogenannte ­Zuteilungsquote von 2017 und 2018 vor.

Und die Gemeinde muss sich darauf vorbereiten. „Wir brauchen Platz für weitere Unterbringungen“, betont Hauptamtsleiterin Birgit Macho. Anmietungen seien schwierig, da es in Kreßberg so gut wie keine Mietwohnungen gebe. „Wir leben ein bisschen von der Hand in den Mund“, so sagt es Bürgermeister Robert Fischer.

Ein Zimmer für drei bis vier Personen ist im Haus Knauer noch frei, zwei Zimmer im ersten Stock werden gerade hergerichtet. Damit danach nicht Schluss ist, hat der Gemeinderat in der Januar-Sitzung dem dritten Bauabschnitt zugestimmt. Bereits im Juli vergangenen Jahres wurde dieser vorberaten. Er umfasst den Abbruch eines Anbaus mit „sehr schlechter Bausubstanz“, wie es heißt.

Appartements im Dachgeschoss

An der Stelle des Anbaus sollen ein Treppenhaus, ein Hauswirtschaftsraum und ein Zimmer entstehen. Über ein zweites Treppenhaus geht es dann ins Dachgeschoss. Dort sind drei kleine Appartements vorgesehen, die sich später auch anderweitig vermieten lassen.

Haupteingang kommt nach vorn

Vorteil des neuen Anbaus: Der Haupteingang wäre dann zur Straße ausgerichtet. Bisher liegt dieser auf der Rückseite des Hauses und damit ziemlich dicht am Nachbargrundstück. Der alte Haupteingang würde zum Not­ausgang umfunktioniert.

Der Bau nun wird in Holzständerbauweise errichtet, damit es schneller geht. Die Kosten für den dritten Abschnitt liegen bei rund 183 000 Euro. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Hauses Knauer belaufen sich einschließlich Außenanlagen auf rund 490 000 Euro.