Kommunen  Wohlklingende Zukunftsmusik

Die Schaffung von Wohnraum ist den Schrozberger Bürgern ein großes Anliegen. Das Bild zeigt das Baugebiet Brühl im Mutterort.
Die Schaffung von Wohnraum ist den Schrozberger Bürgern ein großes Anliegen. Das Bild zeigt das Baugebiet Brühl im Mutterort. © Foto: Stadtverwaltung Schrozberg
Schrozberg / Harald Zigan 21.07.2018
Ideen von Bürgern für die Entwicklung der Stadt Schrozberg bis zum Jahr 2030 stoßen im Gemeinderat auf großes Wohlwollen. Das Zukunftskonzept setzt auf die Mitarbeit der Einwohner.

Seit dem Frühjahr wird in Schrozberg verstärkt Zukunftsmusik gespielt: 70 Bürger und eine Projektgruppe verwendeten bei diversen Treffen viel Muskelschmalz für eine Antwort auf die Frage, was die Stadt bis zum Jahr 2030 noch lebens- und liebenswürdiger machen könnte. Eine geballte Ladung an Ideen für das Zukunftskonzept wurde jetzt im Stadtparlament vorgestellt.

Die Stadt Schrozberg nutzt für eine gut geplante Reise in die Zukunft ein Programm des Landes Baden-Württemberg: Mehrere Ministerien unterstützen das Projekt „Familienfreundliche, bürger­aktive und demografiesensible Kommune“ – ausdrücklich soll dabei der künftige Kurs nicht über die Köpfe der Einwohner hinweg festgelegt werden. Vielmehr ist bürgerschaftliches Engagement gefragt: „Stadtentwicklung ist auch immer ein Stück gelebte Demokratie“, wie Bürgermeisterin Jacqueline Förderer in ihrem Vorwort zu einer Dokumentation des Projekts schrieb.

Was rund 70 Bürger bei einer „Zukunftswerkstatt“ im März  zu den Stärken und Schwächen der Kommunen austüftelten und von der Projektgruppe „Schrozberg 2030“ mit einem Feinschliff versehen wurde, stellte der Moderator Jens Ridderbusch vom Statistischen Landesamt den Stadträten vor – mitsamt einer Prioritätenliste, die aus den vier Feldern „Gut wohnen und alles erreichbar haben“, „Attraktiv für Familien und Neubürger“, „Starke Gemeinschaft von Jung & Alt“ und „Unsere Stärken sichtbar machen“ entwickelt wurden.

Den größten Handlungsbedarf sehen die Schrozberger Bürger offenbar in der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – entweder über Investoren oder über die gezielte Beratung von potenziellen Vermietern. Stark gewünscht ist zum Beispiel auch ein flexibler Ausbau der Kinderbetreuung, bei der die Stadt schon jetzt ganz gut aufgestellt ist.

Auf der Wunschliste stehen zudem ehrenamtlich organisierte Hol- und Bringdienste nebst einem „Bürgerbus“. Ein Treffpunkt für alle Generationen, der zum Beispiel auf dem Areal des Freibades geschaffen werden könnte, ist ein weiterer Punkt auf der Agenda: „Das Zusammenleben in den Teilorten von Schrozberg funktioniert ganz gut, im Mutterort selbst geht es da schon etwas anonymer zu“, sagte Jens Ridderbusch zu diesem Punkt.

Auch Bürgerbüro gewünscht

Weitere Vorschläge sind ein Bürgerbüro als zentrale Anlaufstelle, eine Tauschbörse mit kleineren Diensten für die Nachbarschaftshilfe und gezielte Gespräche zur Zukunft der Vereinsarbeit in der Stadt. Angeregt wurde auch eine stärkere Präsenz der Stadt auf den diversen Kanälen des Internets. Und örtliche Künstler sollen ihre Werke im öffentlichen Raum präsentieren können.

Das erarbeitete Konzept stieß im Gemeinderat auf großes Wohlwollen. „Das war eine tolle Sache, wie sich die Bürger engagiert haben“, sagte etwa Lothar Mühlen­stedt. Damit die Vorschläge „nicht unverbindlich bleiben“, schlug Hans-Joachim Feuchter vor, die Fülle der Vorschläge zunächst in einem Katalog mit fünf bis zehn vordringlichen Projekten zu bündeln und einen Zeitplan für deren Realisierung aufzustellen.

Generell war den Kommunalpolitikern wichtig, dass die Projektgruppe weiter am Ball bleibt und auch die bürgerschaftliche Energie hinter dem Konzept für die Zukunft der Kommune nicht verpufft.

Jens Ridderbusch regte dazu an, dass im Herbst weitere Treffen zu einigen Punkten anberaumt werden, bei denen es dezidiert um Vorhaben gehen soll, die nur mit Hilfe der Bürger umgesetzt werden können. Letztlich billigte das Gremium einstimmig das Konzept.

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