L 1042 Winfried Hermann will die Unglücksstraße L1042 stellenweise verbreitern

Welche ist die schlechteste Straße im Land? Für die Aktion "Holterdipolter" besichtigte besichtigte Nikolaos Sakellariou (links) im November 2010 mit einer Kommission von SPD und Autoclub Europa die L1042.
Welche ist die schlechteste Straße im Land? Für die Aktion "Holterdipolter" besichtigte besichtigte Nikolaos Sakellariou (links) im November 2010 mit einer Kommission von SPD und Autoclub Europa die L1042. © Foto: Ufuk Arslan
Landkreis / KARSTEN DYBA 16.05.2013
Mitte Juni will das Land damit beginnen, die Landesstraße 1042 von Ilshofen nach Hörlebach zu sanieren. Das hat Verkehrsminister Hermann gestern in einem Brief an Nikolaos Sakellariou versprochen.

Dass Briefe an die Verantwortlichen noch etwas bewirken könnten, hat der Ilshofener Fernfahrer Dieter Wahl nicht mehr für möglich gehalten. "Ich glaube, da passiert gar nichts mehr", hatte Wahl vorgestern noch befürchtet. Seit Jahren kämpft er für die Sanierung der Holperpiste L1042 zwischen, weil er dort selbst schon einen Unfall hatte. Jetzt darf er hoffen.

Gestern hat der SPD-Landtagsabgeordnete Nikolaos Sakellariou einen Brief des Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne) erhalten. Darin verspricht der Minister, dass die Bagger bald rollen: "Die Ausschreibungsunterlagen für die Sanierung der L1042 wurden letzte Woche im Staatsanzeiger veröffentlicht, so dass davon auszugehen ist, dass der Baubeginn Mitte Juni erfolgen wird." Die geschätzte Bauzeit liege bei zwei bis drei Monaten.

"Ich wünsche keinem, dass er da abschmiert"

In den Ausschreibungsunterlagen sei der Baubeginn für 17. Juni festgelegt, teilte das Stuttgarter Regierungspräsidium am Mittwoch mit.

"Das ist ein Erfolg aller, die sich dafür eingesetzt haben", sagt Nikolaos Sakellariou. "Wenn alle an einem Strang ziehen, dann klappt das auch." Der Minister hatte auf einen Brief Sakellarious vom 19. April geantwortet, in dem der Haller Abgeordnete eine Verbreiterung gefordert hatte. Er bat Hermann zu prüfen, "ob man nicht an dieser wirklichen Ausnahmesituation mit häufigem LKW-Begegnungsverkehr nicht gleich eine Lösung findet, die nachhaltiger ist und wo dann die Steuergelder auch sinnvoll verbaut werden könnten. Zuletzt hatten der Obersteinacher Ortschaftsrat und der Ilshofener Bürgermeister in Brandbriefen nach Stuttgart anstelle der Sanierung einen Vollausbau gefordert, wie dies jahrelang geplant war.

Die Appelle aus der Provinz scheinen den Minister beeindruckt zu haben. "Ihre Sorge, die Straße würde nur fünf Jahre halten, ist unbegründet", schreibt Hermann. Die Straße wird zwar mit einem 5,5 Meter breiten, neuen Belag versehen, in den Kurven aber auf sechs Meter verbreitert, um einen gefahrlosen Begegnungsverkehr zu ermöglichen. "In den Bereichen, in denen die Verbreiterung hergestellt wird, wird diese als Vollausbau erfolgen", schreibt der Minister. Zusätzlich zur neuen Asphalt-Deckschicht würden die Straßenbauer mit einer weiteren Schicht die Unebenheiten ausgleichen. Bankette und Entwässerung würden zudem erneuert.

Dies sei nicht exakt das, was gefordert wurde, aber ein akzeptables Ergebnis, sagt Sakellariou. "In einem Monat wird gebaut. Das ist doch jetzt mal ein gutes Signal." Vor drei Jahren hatte der Genosse noch die alte Landesregierung dafür verantwortlich gemacht, die Straße verkommen zu lassen.

Straße seit April gesperrt

Bei ihrer Aktion "Holterdipolter" hatten SPD und Autoclub Europa die L1042 zu einer der zehn schlechtesten Landesstraßen im Land gekürt. Viele schwere Unfälle hatte zuletzt den Unmut der Hohenloher auf die neue Regierung gelenkt. Seit 9. April ist die Straße wegen ihres miserablen Zustands für den Verkehr gesperrt.

Fernfahrer Wahl bleibt trotz der guten Nachricht aus Stuttgart skeptisch. "Wenn die Straße wieder einmal als Umleitung für die Autobahn dienen sollte, haben wir wieder dasselbe Problem", glaubt er. Das Verbreiterungsversprechen des Ministers befriedigt ihn nicht. "Ein LKW hat eine Spiegelbreite von drei Metern." Die Randstreifen der Straße, seien nicht stabil genug, um mit einen 40-Tonner drüberzufahren. Mit seinem LKW war Wahl dort schon einmal im Straßengraben gelandet. "Ich wünsche keinem Kollegen, dass er da abschmiert."