Michelbach Windräder in Bürgerhand

Michelbach / SIGRID BAUER 22.05.2015
An einer der sieben Windkraftanlagen an der Kohlenstraße sollen sich Bürger beteiligen können. Dazu haben sich die Haller Stadtwerke das Niedernhaller Unternehmen Bürgerwindpark Hohenlohe als Partner gesucht.

Der Haller Energieversorger will dem Wunsch der Evangelischen Landeskirche, von der sie die Windkraftflächen gepachtet hat, entsprechen. "Mich haben schon einige Michelbacher Bürger, die an einer Beteiligung interessiert sind, angesprochen", berichtete Stadtwerkegeschäftsführer Gebhard Gentner. Der Plan ist, dass die Windkraftanlage, die Michelbach am nächsten ist, in Bürgerhand übergeht. "Dann haben die beteiligten Bürger aus Michelbach "ihr" Windrad immer im Blick, meinte Gentner. Abwickeln wird das Ganze der Bürgerwindpark Hohenlohe.

Das Niedernhaller Unternehmen ist dafür Experte. Die 1999 gegründete Firma ist mit derzeit sieben Windkraftanlagen in der Region und rund 475 beteiligten Bürgern der größte Betreiber und Anbieter von Bürgerwindenergieanlagen in Hohenlohe. Der Bürgerwindpark Hohenlohe kauft das Windrad für genau ein Siebtel der Gesamtinvestitionssumme der sieben Anlagen des Windparks Kohlenstraße. Das sind rund 6,142 Millionen Euro.

"Der Eingenkapitalanteil von 1,35 Millionen Euro steht den Bürgern zur Verfügung", so Geschäftsführer Markus Pubantz. Erfahrungsgemäß sei das ein Betrag, der sich auf etwa 80 Bürger aufteilt. "Die Mindestbeteiligung liegt bei 10000 Euro. Im Durchschnitt legen die Leute rund 20000 Euro an", so Pubantz. Derzeit wartet er auf das O. K. der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), die den umfangreichen Verkaufsprospekt rechtlich prüft. "Wir hoffen, dass die Billigung des Prospekts nächste Woche kommt. Dann sind wir berechtigt, Bürger in die Gesellschaft aufzunehmen", erklärte er.

Bis Ende Juni sollen die Bürger der umliegenden Gemeinden, also aus Michelbach, Hall, Rosengarten, Obersontheim und Gaildorf, Vorrang haben. Den Bürgern gehöre dann zwar genau diese Anlage, doch würden die Erträge und laufenden Kosten aller sieben Anlagen in einem Pool zusammengefasst, so dass alle Anlagen in die Chancen und Risiken einfließen. Selbstverständlich gebe es auch gemeinsame Wartungsverträge für alle Anlagen, stellte Gentner klar.

Zufrieden ist Pubantz mit den bisherigen Projekten des Bürgerwindparks Hohenlohe, vor allem mit dem jüngsten: "Seit sechs Wochen verkaufen wir Anteile des Bürgerwindparks in Weißbach. Es sind schon fast fünf Millionen Euro angelegt", freute er sich. In der Nachbargemeinde von Niedernhall sollen bis Mitte 2016 fünf Windräder des gleichen Typs wie an der Kohlenstraße stehen.

Die langfristige Anlage biete sich als Altersvorsorge oder für alle, die in attraktive Sachwerte investieren wollen, an, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. "Wir haben auch viele Eltern und Großeltern, die für ihre Kinder und Enkel zeichnen", schilderte Projektleiter Benjamin Friedle.

"Vielen geht es einfach um die Sache und gar nicht unbedingt um die Rendite", so Stadtwerkechef Gebhard Gentner. Doch die Prognose dafür sieht nicht schlecht aus: Da die Windkraftanlagen nach Ansicht der Windkraftexperten vom Bürgerwindpark Hohenlohe noch nie so wirtschaftlich waren wie heute, liege der sogenannte interne Zinsfuß der neuen Anlagen, also die Rendite, bei fünf bis sechs Prozent. "Bei einer Ausschüttung über 20 Jahre erhalten Sie das Doppelte von dem zurück, was Sie eingezahlt haben - und das ist konservativ kalkuliert", stellte Pubantz klar.

Ein weiterer Vorteil: "Mit einem 10000-Euro-Anteil kann so viel Windenergie erzeugt werden, dass eine vierköpfige Durchschnittsfamilie ihre gesamten CO2-Emissionen aus Stromverbrauch, Heizung und Verkehr damit ausgleicht", betonte Friedle.

Info Weitere Infos unter www.buergerwindpark.de und per E-mail: info@buergerwindpark.de.

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