Bereits die einleitenden Sätze von Bürgermeister Robert Fischer in der letzten Sitzung vor den Weihnachtsferien machten klar: Egal wie der Gemeinderat entscheiden wird, es wird sich an der Genehmigung für das Windrad bei Waldtann nichts mehr ändern: „Da der Standort sich innerhalb des Vorranggebiets für Windkraftanlagen des rechtskräftigen Flächennutzungsplans befindet und keine baurechtlichen Belange dem Vorhaben entgegenstehen, ist das Einvernehmen der Gemeinde nach dem Baugesetzbuch zu erteilen. Es bleibt uns nichts anderes übrig.“ Aber eine Diskussion im Gremium ist zulässig, und diese Möglichkeit wurde auch genutzt.

Gebaut werden soll eine Windkraftanlage vom Typ WEA2 auf den Flurstücken 1568, 1569 und 1570 in Waldtann. Sie hat eine Nabenhöhe von 140 Metern und eine Nennleistung von drei Megawatt. Die Gesamthöhe mit Flügeln beträgt knapp 200 Meter. „Es gibt Gründe, warum wir nicht zustimmen müssten“, sagte Dr. Martin Fach. Der freiberufliche Ingenieur befasst sich seit Längerem mit dem Thema. In der Nähe seines Wohnhauses ist die Anlage der Naturenergie Zeilinger UG aus Markt Erlbach geplant. „Die technische Entwicklung geht weiter, nur die Gesetzgebung hinkt hinterher“, ergänzte er. Infraschall sei bis auf eine Entfernung von 20 Kilometern messbar, darüber gebe es wissenschaftliche Gutachten. „Ich weiß nicht, ob wir bei diesem Massenexperiment mitmachen müssen.“

Außerdem führte Fach eine Untersuchung an, dass von den in Windkraftanlagen verbauten carbonverstärkten Kunststoffen (CFK) ein Krebsrisiko ausgehen würde, das mit Asbest vergleichbar sei. Sollte ein Windrad beispielsweise durch Blitzschlag in Brand geraten, würde sich die Flugasche aus kleinsten Teilen von CFK zusammensetzen. In der Planungsphase für das Waldtanner Windrad waren kurzzeitig Holzstützen angedacht worden, dies wurde aber verworfen – genauso wie derzeit der Bau von zumindest einer weiteren Windkraftanlage.

Auch Ulrich Bayer, erster Stellvertreter des Bürgermeisters, legte sein Veto ein: „Ich kann dieser Windkraftanlage nicht zustimmen. Der Lärm ist hörbar.“ In der Abstimmung wurde das Einvernehmen für eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung bei drei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen erteilt. Darin wird erneut gefordert, dass eine Befeuerung einzurichten ist, die nur bei Annäherung eines Flugobjekts eingeschaltet wird. Es sei zu prüfen, ob dies auch auf andere Anlagen ausgeweitet werden kann.

„Ich halte es für durchaus legitim, wenn hierzu Mittel aus dem Naturschutzfonds verwendet werden“, sagte Bürgermeister Fischer. Wer von Hall her bei Nacht die Wäldergemeinden anfährt, sieht bereits aus großer Entfernung ein rot blinkendes Lichtermeer in Richtung Osten. „Durch die mittlerweile errichteten Anlagen um uns herum entsteht eine Umzingelungswirkung, die vor allem in den Nachtstunden durch die womöglich auch noch in unterschiedlichen Frequenzen blinkenden Lichter zu einer Störung führt“, ergänzte Fischer.

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