Wer die Kraft des Windes in Strom verwandeln will, braucht einen langen Atem: Schon vor vier Jahren begannen die Planungen für die Windmühlen nahe der Autobahn.

Das Projekt, von der ortsansässigen Firma Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG entwickelt, hat mittlerweile alle gesetzlichen und kommunalpolitischen Hürden genommen - und am gestrigen Montag rückten die Bagger der Firma Leonhard Weiss an und machten mit dem Ausbau von vorhandenen Sträßchen den Weg frei für den Transport von enormen Mengen an Material. Drei separate Zufahrten für das Areal werden entlang des Autobahnzubringers an der Landesstraße 1040 geschaffen. Die Standorte der Anlagen liegen allesamt an vorhandenen Wegen.

Geschäftsführer Ralf Stier stellte den Fahrplan und die einschlägigen technischen Daten für den Windpark-Bau bei einem Info-Abend im Gemeindesaal in Lendsiedel vor - weitaus schwächer besucht als frühere Versammlungen, wo noch die leidenschaftlich geführten Debatten über das Für und Wider des Projekts im Vordergrund standen.

Allein für die Fundamente der acht Windmühlen vom Typ Vestas 126, die komplett aus Stahl gefertigt werden, müssen 6400 Kubikmeter Beton auf die Baustellen gekarrt werden. Für die Kranstellflächen und Wege bringen die Laster rund 7800 Tonnen Schotter auf das Areal. 6,5 Kilometer Erdkabel verbinden die Windräder untereinander, und für den Transport des Stromes in das ENBW-Umspannwerk nach Obersteinach müssen nochmals 7,5 Kilometer Kabel entlang der Wege auf öffentlichem Grund verlegt werden. An Aushub fallen rund 45.000 Kubikmeter Erde an, die auf dem Gelände an der A 6 direkt verfüllt werden.

Bei einem derart intensiven Materialtransport bleibt es nicht aus, dass während bestimmter Bauphasen einzelne Wege kurzzeitig für den Verkehr gesperrt werden müssen. Das gilt vor allem für die Komponenten der Windräder: Für jede Windmühle sind elf Schwertransporte notwendig. Die jeweils 63 Meter langen Rotoren und rund 375 Tonnen schweren Turmsegmente pro Anlage werden vor allem zur Nachtzeit angeliefert. Die Nähe zur A6 macht es möglich, dass keine Ortschaften mit der sperrigen Last durchquert werden müssen.

Die Kosten des Kirchberger Windparks summieren sich auf 43,6 Millionen Euro. Finanziert werden die acht Windkraftanlagen mit rund 32,4 Millionen Euro an Fremdmitteln. An Eigenmitteln fließen rund 11,2 Millionen Euro in den Windpark. Bürger, die zu 70 Prozent aus dem Landkreis Schwäbisch Hall und benachbarten Kreisen stammen, sind hieran mit zirka 10 Millionen Euro beteiligt. Der Windpark wird von 160 Genossenschaftern und 100 Kommanditisten getragen.

Bauplan für den Windpark

Erster Schritt ist die Vorbereitung der Wege für den Transport des Materials. Ab Mitte August werden die Fundamente ausgehoben und die Stromleitungen auf den Kabeltrassen verlegt. Bis Mitte Dezember dürfte der Beton für die Fundamente ausgehärtet sein und ab Februar werden die Windräder angeliefert. Die Rotoren sollen sich dann im Mai/Juni 2016 drehen.

HAZ