Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) die Bürgerwindpark Hohenlohe GmbH, die Stadtwerke Schwäbisch Hall sowie die Fürstliche Forstverwaltung Hohenlohe-Waldenburg haben sich zusammengeschlossen. Sie haben beim baden-württembergischen Verwaltungsgerichtshof in Mannheim Normenkontrollklage gegen die sechste Fortschreibung Windkraft im Flächennutzungsplan (FNP) des Gemeindeverwaltungsverbandes Hohenloher Ebene (GVV) erhoben.

Das bestätigen auf Anfrage übereinstimmend sowohl der gegenwärtige GVV-Vorsitzende Joachim Schaaf, als auch der Leiter der Projektenwicklung bei den Schwäbisch Haller Stadtwerken, Steffen Hofmann.

Darüber hinaus lässt auch die Wiesbadener Projektentwicklungsfirma Abo Wind den Flächennutzungsplan bereits mittels einer separaten Normenkontrollklage durch den Verwaltungsgerichtshof überprüfen.

Ungeeignete Zone?

Ebendieser Flächennutzungsplan der drei Kommunen Kupferzell, Waldenburg und Neuenstein ist vor einigen Monaten vom Landratsamt Hohenlohekreis genehmigt worden. Darin werden die vom Projektierer Abo Wind im Zuge des Windparkprojekts Karlsfurtebene geplanten zwei Anlagen auf Waldenburger Gemarkung an der von der Planungsfirma favorisierten Stelle ausgeschlossen. Windräder können demnach nur  auf einer rund 80 Hektar großen Zone bei Laurach gebaut werden.

In dieser Gegend wollen die Haller Stadtwerke, welche irgendwann als Betreiber besagter zwei Windräder auf Waldenburger Territorium fungieren wollen, bereits seit 2015 sechs Windenergieanlagen bauen. Allerdings liegen fünf davon knapp außerhalb der im FNP ausgewiesenen Windkraftzone. „Diese einzige Konzentrationszone Windkraft ist aus unserer Sicht dafür gar nicht geeignet, weil sie in einer Senke liegt“, sagt Stadtwerke-Repräsentant Hofmann. Daher sei die sogenannte Windhöffigkeit – die durchschnittliche Windgeschwindigkeit auf Höhe der Rotoren – dort zu gering.

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Rot am See

Noch-GVV-Chef Joachim Schaaf widerspricht deutlich: „Die Topographie ist aus meiner Sicht gar nicht relevant. Wenn man große Windparks auf dem Meeresgrund bauen kann, dann auch in einer Senke. Das ist ja schließlich kein Steilhang dort.“

Das Kläger-Konsortium bezweifelt, dass der im Windatlas Baden-Württemberg eingeforderte „substanzielle Raum“ im aktuellen FNP des Gemeindeverwaltungsverbandes ausreichend gewährt wird. Das ist auch der Grund für die zweite, weitere Normenkontrollklage, die bereits im Februar von Abo Wind erhoben worden ist.

„Wir halten den von uns ausgewählten Standort für den besten, und würden dort gerne bald Planungsrecht erhalten“, sagte Firmensprecher Daniel Duben.

Joachim Schaaf entgegnet: „Der FNP ist auf Herz und Nieren geprüft und ordnungsgemäß zur Rechtskraft gebracht worden. Alle Daten, Untersuchungen und Abstandsregelungen wurden korrekt erhoben.“

Bis in Mannheim höchstrichterlich über die beiden anhängigen Verfahren entschieden werden wird, könnte noch viel Wind übers Land wehen. Denn mit einem Urteil ist erst in einem bis drei Jahren zu rechnen.

Option offenhalten

Dass die Haller Stadtwerke über ihre selbst bei Laurach und die durch ihren Dienstleister Abo Wind projektierten zwei Anlagen auf Waldenburger Areal hinaus mehr im Sinn haben, ist wahrscheinlich. Später könnten auch noch sieben weitere Anlagen im geplanten Windpark Karlsfurt­ebene gebaut werden. Das will Steffen Hofmann von den Haller Stadtwerken „nicht ausschließen“.

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