Schwäbisch Hall Wie Fenster in eine andere Welt

ADRIAN DÖRING 03.05.2012
Der Kunstverein Schwäbisch Hall hat es geschafft: Nach über drei Jahren Wartezeit konnte er die international renommierte Künstlerin

Sabine Hornig für eine Ausstellung in der Galerie am Markt gewinnen.

Die Eröffnung der Ausstellung "Der dunkle und der helle Raum" am Samstag war ausgesprochen gut besucht. Schon kurz vor 18 Uhr fanden sich etwa 50 Mitglieder des Kunstvereins, Künstler und Interessierte in der Galerie ein. Es wurden munter Hände geschüttelt und geplaudert - zumal unter den Eröffnungsrednerinnen Dr. Isabella Fehle war, die frühere Leiterin des Hällisch-Fränkischen Museum (HFM) in Hall.

Ute Berger, Kulturbeauftragte der Stadt Schwäbisch Hall, zeigte sich hocherfreut, eine so gefragte und bekannte Künstlerin wie Sabine Hornig für die Galerie am Markt gewonnen zu haben. Drei Jahre sind vergangen, seit Kuratorin Elke Müller in einer New Yorker Galerie auf die Künstlerin aufmerksam wurde und sich in ihre Fotografien verliebte. Nun hat der Terminkalender es endlich zugelassen, ihre Werke in Hall zu präsentieren.

Kuratorin Elke Müller bedankte sie sich bei den zahlreichen Helfern des Kunstvereins, ohne deren Einsatz die Ausstellung nicht möglich gewesen wäre. Sie freute sich sehr, als dritte Rednerin Dr. Isabella Fehle begrüßen zu können, die früher das Hällisch-Fränkische Museum leitete und heute Direktorin des Münchner Stadtmuseums ist.

Fehle ließ in bestem bayrischem Akzent in die Hintergründe der Werke Sabine Hornigs blicken. Aus der Bildhauerei kommend spezialisierte sich Hornig auf eine ungewöhnliche Form der Fotografie und Installation. Die Bilder bekommen durch einen Kunstgriff eine weitere Betrachtungsebene, die sich oft erst bei näherem Hinsehen erschließt.

Die 1964 geborene Sabine Hornig beschäftigt sich seit Jahren mit der Gleichzeitigkeit von abstraktem Bildraum und tatsächlichem Raum. In der Galerie am Markt sind Hornigs Fensterfotografien zu sehen. Dabei spielen die schäbigen Räume hinter den fotografierten Fenstern eine eher untergeordnete Rolle. Denn im Glas der Objekte spiegelt sich die Welt, die sich vor den Schaufenstern befindet. Vom Fenster reflektiert kann man Stadtpanoramen, mit Palmen gesäumte Straßen oder große Prachtbauten sehen.

Die Einblicke, die man von diesen Orten gewinnt, wirken durch diesen Kniff sehr viel intimer und organischer als es durch einfache Stadtfotografie möglich gewesen wäre. Zudem wird den Fotos durch den Kontrast zwischen den schäbigen Räumen und den oft prächtigen Spiegelungen ein zusätzlicher Reiz verliehen. Die Ausstellung ist ein faszinierendes Fenster in eine dem Betrachter fremde Welt.

Info Die Ausstellung "Der dunkle und der helle Raum" von Sabine Hornig ist bis zum 26. Juni in der Galerie am Markt zu sehen. Geöffnet ist die Galerie mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.