Kirchensanierung Wie das Warten aufs Christkind

Mit einem Festgottesdienst ist das 400 Jahre alte Schrozberger Gotteshaus nach der Sanierung wiedereröffnet worden. Auch der gemischte Chor beteiligte sich an der Feier.
Mit einem Festgottesdienst ist das 400 Jahre alte Schrozberger Gotteshaus nach der Sanierung wiedereröffnet worden. Auch der gemischte Chor beteiligte sich an der Feier. © Foto: Manuela Schlecht
Schrozberg / Manuela Schlecht 17.04.2018

Es ist vollbracht: Nach rund zwei Jahren Renovierung hat die evangelische Kirchengemeinde Schrozberg in ihrem Gotteshaus den Eröffnungsgottesdienst mit tollen Beiträgen, vielen Ehrengästen, Fingerfood und Sekt gefeiert.

Eigentlich war die Eröffnung der Kirche auf Oktober 2017 festgesetzt – als die evangelische Kirche ihren 400. Geburtstag feierte. Und natürlich passend zum Lutherjahr. Doch der Termin konnte nicht gehalten werden. Umso mehr freuten sich jetzt alle, dass noch vor den Konfirmationen das Gotteshaus wieder einsatzfähig ist. Es hat Pfarrer Georg Leiberich eine Menge Nerven und Schweiß gekostet, und auch das ein oder andere heftige Wort fiel. Aber Leiberichs Motto „Am Ende ist alles gut“ traf es diesmal voll und ganz.

Zur Eröffnung spielte der Posaunenchor Schrozberg das „Te Deum“ als feierliches Lob-, Bitt-, und Dankeslied. Die Kindergartenkinder, die selber in diesem Sommer noch das 50. Jubiläum ihres Hauses feiern können, sangen sich mitten ins Herz der Kirchenbesucher mit „Herein, herein, wir laden alle ein“ und animierten alle gleich zum Mitklatschen.

Pfarrer Leiberich erzählte den Besuchern von den Fragen seines zehnjährigen Sohns Theo: „Du, Babba, komma heut eigentlich viele in die Kirche?“ – „Ja, Theo, da kommen bestimmt einige heute.“- „Ja, es ist ja auch wie Weihnachten!“. Wer den Renovierungswerdegang verfolgt hat mit allen Höhen und auch einigen Tiefen, dem erschien die Fertigstellung tatsächlich wie das Warten auf das Christkind. Und die Eröffnung ähnelte tatsächlich Weihnachten, allein schon von der Zahl der Kirchgänger her.

Es folgten Beiträge von der Kinderkirche, dem Frauenchor, dem gemischten Chor und dem Posaunenchor. Etwas Besonderes erfuhren alle Akteure in diesem Gottesdienst: Jeder Beitrag wurde mit Applaus belohnt. Das spiegelte auch die Worte von Bauleiter und Architekt Michael Fleck wider. „Wir haben die Kirche den modernen Anforderungen angepasst, ohne die Würde des Alten zu zerstören.“ Dann darf ganz modern auch während des Gottesdienstes geklatscht werden. „Unsere Kirche, die alte Dame, die nun schon 400 Jahre alt ist, ist in Würde ergraut und strahlt heute in neuem Glanze.“

Fenster in die Vergangenheit

Nachdem Michael Fleck über den Ablauf der Renovierung erzählt hatte, übernahm Georg Leiberich wieder das Wort, diesmal als Stellvertreter des Kirchengemeinderats. Er zeigte den Anwesenden ein paar Fenster in die Vergangenheit. Denn an drei Stellen in der Kirche konnte man den Grad der Verschmutzung und die Veränderung erkennen. An diesen Stellen wurde nicht gereinigt, und es wurden sogar Teile aus längst vergangener Zeit freigelegt. Nach vielen wissenswerten Informationen bedankte sich Georg Leiberich bei allen, die irgendwie an der Renovierung beteiligt waren.

Und weil Pfarrerssohn Theo es nicht besser hätte ausdrücken können, gab es für alle Anwesenden eine goldene Rose als Weihnachts-Geschenk, die die Pfarrerfamilie selbst aus Gips gegossen und bemalt hat. Die Idee zur Blume entstand, als eine der Rosenblüten an einer der Kirchensäulen fehlte und diese nachgegossen werden musste.

Niemand geht unbeschenkt

Außerdem konnte sich jeder Gast eine in mühevoller Arbeit zusammen mit Helmut Moser in nur drei Wochen aus dem Boden gestampfte Festschrift nehmen. So sollte der Dank an alle sichtbar gemacht werden – keiner ging unbeschenkt nach Hause. Beschenkt mit Materiellem, aber auch beschenkt durch einen bereichernden Gottesdienst in einem neuen alten Gotteshaus.