Ilshofen Wer da ist, hebt die Schultüte hoch

Die Mädchen und Jungen stehen mit ihren Schultüten auf der Bühne der Stadthalle. Für Kinder und Eltern ist es ein besonderer Tag. Foto: Rainer Richter
Die Mädchen und Jungen stehen mit ihren Schultüten auf der Bühne der Stadthalle. Für Kinder und Eltern ist es ein besonderer Tag. Foto: Rainer Richter
Ilshofen / RAINER RICHTER 13.09.2013
Einige gucken schüchtern, einige selbstbewusst, andere wie gebannt nach vorn: Gestern war für die Erstklässler der Hermann-Merz-Grundschule und der Maria-Montessori-Schule in Ilshofen großer Bahnhof.

Für die Erstklässler hat gestern der Ernst des Lebens begonnen. Überall im Lande fanden Einschulungsfeiern statt. In Ilshofen war die in der Stadthalle.

In den ersten beiden Reihen saßen 52 Erstklässler, 49 von der Hermann-Merz-Schule und drei im Rahmen der Inklusion von der Montessori-Schule. Die restlichen Plätze wurden von den älteren Schülern, Eltern, Paten, Geschwistern, Freunden, Bekannten und Lehrern belegt. Konrektor Thomas Morlock fand gleich die richtigen Worte: "Schön, dass ihr da seid. Wir freuen uns auf euch."

Heute sei ein besonderer Tag, fuhr er fort, "habt ihr das gespürt?" Spontan antwortete Leoni: "Ich konnte nicht einschlafen." Ihre Nachbarin assistierte: "Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugetan." Wenn man in die Gesichter der Eltern schaute, war zu erkennen, dass es mancher Mutter und manchem Vater ähnlich ergangen war.

Geschickt bereitete Thomas Morlock die Kinder auf das Kommende vor: "Lesen, Rechnen, Schreiben und Basteln gehören zum Schulalltag. Lernen auch - und Hausaufgaben, obwohl das nicht immer nur Spaß macht." Sein Rat an die Eltern: "Trauen Sie Ihren Kindern etwas zu." Der Schulchor unter der Leitung von Hildegard Fischer, begleitet am Klavier von Thorsten Lembke, tat sein Übriges, um auf den neuen Lebensabschnitt hinzuweisen. "Die Ferien sind zu Ende, nun fängt die Schule an", tönte es von der Bühne.

Zum großen Vergnügen der Schüler betraten zwei Clowns mit übergroßen Ranzen die Bühne. Sie setzten sich erst einmal hin und sahen nach, was in ihren Ranzen steckt. Als sie ihr Vesper entdeckten, fingen sie gleich zu essen an. Das entspannte die Situation. Die Kinder kommentierten begeistert die Bewegungen der Clowns. Wenn die Schule mit Vespern anfängt, kann es ja nicht so schlimm werden. Der Bann war gebrochen. Als schließlich die Schulglocke läutete, brachen die zwei Clowns schleunigst auf. In ihrer Hektik schnallten sie die Ranzen vor den Bauch. Mit lautem Geschrei der Schüler "falsch, anders herum", wurden sie auf ihren Fehler aufmerksam gemacht.

"Heute fängt die Schule an", und "Neue Schule, neues Haus, neues Glück", sang der Schulchor.

Pfarrerin Susanne Meyer wies auf die Bedeutung der Freundschaft hin. "Ihr werdet viele Freunde finden", versprach sie. Zum Schluss versammelten sich die Erstklässler, eingeteilt in die zwei Klassen, auf der Bühne. Ihre Namen wurden verlesen. Zur Bestätigung der Anwesenheit hoben sie ihre Schultüte. Danach spazierten die Erstklässler durch das Spalier von Eltern und älteren Schülern in ihre Schule.

Die Eltern wurden ermahnt, ihre Kinder alleine gehen zu lassen. Das fiel manchen Mädchen und Jungen sichtlich schwer. Und es wurde klar: Mit der Einschulung beginnt auch eine erste Phase der Abnabelung von den Eltern.

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