Brettheim Weniger Schulklassen denn je

Brettheim / PM 09.02.2013
Der Förderverein "Erinnerungsstätte Männer von Brettheim" hat bei der Hauptversammlung eine Bilanz des Jahres 2012 gezogen. Bedenklich: So wenige Jugendliche wie nie haben die Ausstellung besichtigt.

13 Vereinsmitglieder haben 2012 an 78 Terminen 1292 Besucher (darunter 271 Jugendliche) durch die Gedenkstätte geführt. Neben zahlreichen Einzelbesuchern lernten so neun Schulklassen und 32 weitere Gruppen das Schicksal von Friedrich Hanselmann, Leonhard Gackstatter und Leonhard Wolfmeyer sowie die Zerstörung Brettheims in den letzten Kriegstagen 1945 kennen.

Als "gravierend und bedenklich" bezeichnete der Vereinsvorsitzende Norman Krauß den Rückgang der Schülerzahlen: 2012 kamen zehn Schulklassen weniger als 2011, was den Anteil Jugendlicher auf nie da gewesene 21 Prozent sinken ließ.

Krauß erinnerte außerdem an die zahlreichen Aktivitäten im abgelaufenen Jahr. Höhepunkt war zweifellos die Festversammlung zum 20-jährigen Bestehen der Erinnerungsstätte im Mai. Mehr als 270 Gäste waren gekommen, um gemeinsam auf die Arbeit der Erinnerungsstätte zurückzublicken - aber auch um die Erzählungen von Berthold Graf von Stauffenberg zu hören. Sehr gut besucht war auch die Premiere der neuen Filmversion der Rothenburger Schülergruppe um Thilo Pohle: In der 60-Minuten-Fassung werden alle Ereignisse um die Männer von Brettheim und ihr Dorf im Zeitraum vom 7. bis zum 18. April 1945 dargestellt und von Zeitzeugen erzählt. Der neue Film bildete auch die Grundlage für die im Herbst 2012 in der Partnergemeinde Chatte entstandene französische Ausgabe. Heute ist in Chatte Premiere.

Enttäuscht zeigte sich Norman Krauß über die Besucherzahlen der Georg-Elser-Ausstellung im November, während der siebte Leseabend des Autors Gunter Haug über Ferdinand Porsche zahlreiche Literaturfreunde anlockte.

Herbert Schulz und Friedrich Braun ergänzten den Jahresbericht mit Beiträgen über ihre Teilnahmen am Jahresarbeitstag der Gedenkstätten in Mosbach beziehungsweise am Holocaustgedenktag in Mannheim.

Alle Mitglieder des Vereinsvorstands erklärten sich für weitere drei Jahre zur Mitarbeit im Brettheimer Förderverein bereit. Die Wahl brachte folgende Ämterbesetzungen: Norman Krauß tritt seine vierte Amtsperiode als Vorsitzender an, sein Stellvertreter bleibt Ortsvorsteher Reiner Groß. Thomas Pittner ist als Kassier weiterhin für die Finanzen des Vereins zuständig, Hans Helei bleibt als Schriftführer aktiv, Regine Schmidt als Protokollführerin. Als Beisitzer gehören zum Vorstand: Herbert Schulz, Horst Pelzl, Harald Zigan und Carsten Vogt. Rolf Häfner und Werner Schmidt bleiben Kassenprüfer.

Ein Dokumentarfilm über die "Machtergreifung" vermittelte den Vereinsmitgliedern schließlich einen Einblick in die folgenschweren Ereignisse rund um den 30. Januar 1933, als Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde. Ein halbes Jahr später sagte er: "Am 30. Januar sind in Deutschland die Würfel gefallen und viele, die damals gelacht haben, lachen heute nicht mehr!" Es war der Anfang vom Ende der Menschenrechte und des friedlichen Zusammenlebens. Info Der Förderverein lädt zu einem Vortrag des Crailsheimer Stadtarchivars Folker Förtsch über die Anfänge des Nationalsozialismus in der Region am Mittwoch, 8. Mai, um 19.30 ins Rathaus Brettheim ein.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel