Landkreis Weniger Bachforellen in den Flüssen

Eine Bachforelle wird 20 bis 60 Zentimeter groß - sie ist klein im Vergleich zu den Meer- und Seeforellen, die bis zu einem Meter groß und bis zu 15 Kilogramm schwer werden können. Foto: pv
Eine Bachforelle wird 20 bis 60 Zentimeter groß - sie ist klein im Vergleich zu den Meer- und Seeforellen, die bis zu einem Meter groß und bis zu 15 Kilogramm schwer werden können. Foto: pv
Landkreis / ELISABETH SCHWEIKERT 15.01.2013
Die Forelle ist der Fisch des Jahres 2013. Ebenso wie der Neunauge (Fisch des Jahres 2012) lebt die Forelle in allen großen Fließgewässern im Kreis Hall.

Der Verband Deutscher Sportfischer hat in Absprache mit anderen Verbänden die Forelle zum Fisch des Jahres 2013 gewählt. Wie Eduard Weipert, ehrenamtlicher Fischereiaufseher im Kreis Schwäbisch Hall, mitteilt, kommt die Forelle in allen größeren Flüssen und Bächen im Kreis Schwäbisch Hall vor.

"Man muss zwei Forellenarten unterscheiden", sagt Weipert, "es gibt die Regenbogenforelle - sie kommt vor allen in Seen und Fischteichen vor - und die Bachforelle." Sie lebe in der Region in der Bühler, im Kocher und in der Jagst. Aber auch in größeren Bächen wie der Rot lebe der Speisefisch. Die Population der Bachforelle sinke. Grund dafür sei die Regulierung und Verbauung der Flüsse und Bäche. Staustufen und Wehre behinderten sie auf ihren Wanderungen, heißt es in der Begründung zur Auswahl der Forelle als Fisch des Jahres 2013.

Auch das Neunauge, der Fisch des Jahres 2012, sei im Kreis Hall vertreten, berichtet Weipert. Das Neunauge ist in erwachsener Form ein etwa bleistiftgroßer Fisch. Dennoch sehen ihn nur wenige Menschen. Der Grund: Das Neunauge nutze den Oberlauf der Flüsse als Brutplatz. "Sie leben überall, wo das Flussbett sandig ist", erzählt Weipert, "in der Regel findet man sie nur beim elektrischen Abfischen." Das Neunauge mache eine mehrjährige Entwicklung in sandigen Flussböden durch. Danach schwimmen die erwachsenen Fische flussabwärts.

Wie die Fisch-Hege-Gemeinschaft Jagst in einer Pressemitteilung schreibt (in ihr haben sich die Fischerei-Vereine der Gemeinden an der Jagst zusammengeschlossen), hat sie 2012 an zahlreichen Stellen der Jagst und der zufließenden Gewässer Kiesbänke angelegt und Strömungslenker erstellt, um die Lebensbedingungen für Neunaugen zu verbessern.

Während das Neunauge im Kreis Schwäbisch Hall häufiger vorkommt, ist der Fisch im Unterlauf der Jagst nur an ganz wenigen Stellen - etwa der Seckach - zu finden. "Dort werden die Bestände vom Angelverein gehegt und gepflegt und die Laichpopulationen kontrolliert", schreibt die Hegegemeinschaft weiter. Im Unteren Neckar finde gerade eine Wiederbesiedlung statt.