Gegengipfel Weltspaßführer kontern

Femen-Aktivistin bei Gegendemonstration in Davos. Von solchen Aktionen ist in Hall nichts bekannt. Foto: dpa
Femen-Aktivistin bei Gegendemonstration in Davos. Von solchen Aktionen ist in Hall nichts bekannt. Foto: dpa
TOBIAS WÜRTH 16.01.2013
Chancen putzen, Herausforderungen kleistern" - unter diesem Motto ruft eine Gruppe von "WeltspaßführerInnen" zum Treffen auf. Es ist ein Gegengipfel zum Weltmarktführerkongress. Der steht im Original unter dem Motto "Chancen nutzen, Herausforderungen meistern".

Chancen putzen, Herausforderungen kleistern" - unter diesem Motto ruft eine Gruppe von "WeltspaßführerInnen" zum Treffen auf. Es ist ein Gegengipfel zum Weltmarktführerkongress. Der steht im Original unter dem Motto "Chancen nutzen, Herausforderungen meistern".

Während sich vom 22. bis 24. Januar Vertreter der großen und erfolgreichen Firmen Deutschlands in der Schwäbisch Haller Bausparkasse treffen und im Neubau einen Gala-Abend feiern, begnügt sich eine Gegeninitiative mit dem Alten Schlachthaus als Veranstaltungsort. Die einen schweben über den Dächern Halls, die anderen feiern in den Niederungen des Tals.

Sie lassen sich den Spaß aber nicht verderben, rufen zum "Gala-Picknick" auf - am 20. Januar von 15 bis 18 Uhr im Alten Schlachthaus. Veranstalter ist der "Gesprächskreis Zeitgenossenschaft". Markus Stettner-Ruff, ehemals Leiter der Haller Waldorfschule, gehört dazu und macht die Öffentlichkeitsarbeit.

Der Gegengipfel muss nicht als Kritik, sondern kann auch als Ehre für den Weltmarktführerkongress verstanden werden. Dieses Treffen wurde schon kleines Davoser Weltwirtschaftsforum genannt. Und schließlich gehört es zum guten Ton der großen Wirtschaftstreffen, einen Gegengipfel zu provozieren: Man nimmt sie wahr, man macht sich Gedanken. Das ist beim G-20-Treffen der Staatenlenker der Fall, bei den Klimagipfeln auch. Nun hat auch Hall einen Gegengipfel. Die typischen lachenden Masken der Anonymous-Bewegung werden wohl nicht auftauchen, auch bleiben wohl Femen-Aktivistinnen aus der Ukraine fern, die sich barbusig protestierend von Absperrungen herunterreißen lassen.

Laut Ankündigung der "WeltspaßführerInnen" wird es einen Protest in Worten und Liedern geben. Die Haller Gruppe scheint nicht wie ihre Vorbilder in aller Welt auf lauten, öffentlichen Krawall gebürstet zu sein. Der würde auch nicht beim Adressaten ankommen - schließlich treffen sich die Weltmarktführer erst zwei Tage nach dem Gegengipfel der Weltspaßführer.

In der Einladung der Spaßführer heißt es: "Unser Motiv: Freude an Begegnung und Miteinander - jung und alt, klein und groß, dünn und dick, schnell oder langsam, arm oder reich, schwarz oder weiß. . . bunt. Über spontane, spaßige, humorvolle, ironische, witzige, aber auch ernste Beiträge jeglicher Art - Musik, Tanz, Performance, Slapstick, Poetry-Slam, Kabarett, Rep, Reden. . .unter dem Motto: ,Was ich schon lange einmal (den Weltmarktführern) sagen wollte, freuen wir uns alle." Mitmachen lohnt sich. Es wird der "Champignon-Award" verliehen. Der ist zwar nicht viel wert, die Champignons kann man aber wenigstens essen.