Krankheit Welt-Down-Syndrom-Tag: Aufklärung noch ein langer Weg

Trisomie 21 ist der Fachbegriff für das sogenannte Down-Syndrom. Auch ein Leben mit der Krankheit kann ein lebenswertes sein, wie dieses Bild zeigt.
Trisomie 21 ist der Fachbegriff für das sogenannte Down-Syndrom. Auch ein Leben mit der Krankheit kann ein lebenswertes sein, wie dieses Bild zeigt. © Foto: privat
Landkreis / TRAUGOTT HASCHER 21.03.2013
Seit 2006 versinnbildlicht der 21. März eines jeden Jahres die Thematik des Down-Syndroms: An diesem Datum wird der Welt-Down-Syndrom-Tag begangen. Heute ist es wieder soweit.

Das Datum symbolisiert das dreifache Bestehen des 21. Chromosoms - anstatt zweifachen Vorhandenseins, heißt es in einem Pressetext des Sonnenhofs.

Als Aktionstag wurde der Welt-Down-Syndrom-Tag erstmals in Genf organisiert. Seit 2012 ist er von den Vereinten Nationen anerkannt. Auch im Kreis Hall finden Aktionen statt. So zum Beispiel in Crailsheim. Die in der Karlstraße beheimatete Buchhandlung Rupprecht wird ab heute zwei Wochen lang Bücher rund um das Thema Down-Syndrom und andere Behinderungsformen anbieten.

Die Bücherausstellung wird gemeinsam mit dem Sternekindertreff organisiert. Der Treff ist eine Selbsthilfegruppe für Eltern mit Kindern aus dem Crailsheimer Raum. Im Vordergrund stehen der Austausch und die Weitergabe von Informationen, Tipps, Anregungen und Unterstützungsmöglichkeiten zu dem Thema Leben mit Down-Syndrom. Begleitet wird der Treff von Mitarbeitern der Offenen Hilfen, die als ambulanter Dienstleister des Sonnenhofes im Landkreis tätig sind. Auch die Lebenshilfe Crailsheim ist tatkräftig eingebunden. "Es ist wichtig, dass man das macht. Aber ich verspreche mir nicht allzu viel davon", sagt Martina Höflinger zum Down-Syndrom-Tag.

Vielen ist das Down-Syndrom mittlerweile ein Begriff

Die in Schwäbisch Hall lebende Martina Höflinger ist Mutter von drei Kindern, eines kam mit Down-Syndrom zur Welt. Sie wünscht sich, "dass Menschen mit Behinderung gesellschaftlich stärker akzeptiert werden". Zur Inklusion sei es noch ein weiter Weg, sagt sie. Petra Roth, Gründerin des Sternekindertreffs und Mutter zweier Kinder, eines mit Down-Syndrom, ist guten Mutes: "Durch Internet und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit ist vielen Menschen Down-Syndrom zwischenzeitlich ein Begriff geworden", gibt sie Auskunft. Aber, so ergänzt sie, man müsse stets am Ball bleiben. Denn ein unkomplizierter Bluttest ermögliche eine Diagnose bei noch ungeborenen Kindern. Petra Roth befürchtet, dass durch das einfache Testverfahren die Abtreibungsquote ansteigen könnte. Auch in dieser Hinsicht will der Aktionstag aufklärend wirken. "Ich möchte meine Natalie nicht missen. Alles Leben ist lebenswert", ist sie überzeugt.